Der letzte Mentsch

Filmkritik zu:

Der letzte Mentsch

von Reinhard

gesehen auf dem „Festival des deutschen Films 2014“

 

Über den Film:

Ein Mensch sucht ein Grab für sich. Ein alter Mensch mit weißem Haar, einen schönen weißem Bart und markanten braunen Augenbrauen.

Da wo er seine letzte Ruhestätte habe möchte, bekommt er diese nicht. Ein jüdischer Friedhof ist nun mal nur für Juden. Und eine passende Geburtsurkunde kann er nicht vorweisen. Das er nach dem 2. Weltkrieg seinen Namen nach Schwartz geändert hat hilft auch nicht wirklich.

Was bleibt? Vielleicht ein Besuch in seiner Geburtsstadt. Da muss es doch Aufzeichnungen geben. Und so macht sich Markus auf den Weg nach Ungarn. Nicht mit dem Zug, denn er fährt kein Zug. Und auch nicht mit dem jungen Mann, der das passende Auto hat.

Der hat gerade Knatsch mit seiner Freundin. Und die ist sauer auf ihren Freund, braucht das Geld, und „leiht“ sich kurzerhand dessen Auto aus und, ab auf die Straße.

Diese Freundin Gül (Katharina Derr) ist blutjung und ein gelungener Gegenpart zu dem 83-jährigen Mario Adorf.

Sie raucht und hört die falsche Musik. Aber nach viel Kratzbürstigkeit, von beiden Seiten, kommen die sich näher. Aber an seinem Geburtsort angekommen erwartet ihn eine Enttäuschung. Der Rabbi verweigert die entsprechende Bescheinigung. Es könne ja jeder kommen und auf irgendwelche Namen zeigen und behaupten das dies die Eltern seien. Es bräuchte das schon Zeugen. Jemand der ihn kennt.

Und da entwickelt sich ein fast philosophisches Gespräch. Wie denn etwa der letzte Jude seine Herkunft beweisen könne, wenn alle Verwandten und Bekannten nicht mehr sind? Da weiß der Rabbi auch keine Antwort. Die Nummer auf dem Unterarm beweise jedenfalls nichts.

Und so geht die Suche weiter. Die alte Frau erinnert sich nicht, will es vielleicht nicht. Der griechische Freund aus Kindheitstagen ist nicht gut genug.

Und als die blinde Frau auftaucht, ist es Markus der sich nicht erinnert. Oder wir er wirklich verwechselt?

In diesem Spiel geht es um Erinnerung und Vergessen. Um Identität und Wahrhaftigkeit. Es dauert auch lange, bis der Film seine Spur findet. Bis es rund wird. Das ist dann der Zeitpunkt wo es interessant wir.

Daher ist es, auch mit einem zähen Anfang, ein guter und interessanter Film geworden.

Technisches:

Regie: Pierre-Henry Salfati Andere Filme: The Jazzman from the Gulag (1999), Zadoc et le bonheur (1995), Tolérance (1989)
Buch:

  • Pierre-Henry Salfati Andere Filme: Je suis venu vous dire… (2012), The Jazzman from the Gulag (1999), Lebenslinien – Schicksal auf Russisch (1996)
  • Almut Getto Andere Filme:Ganz nah bei Dir (2009), Fickende Fische (2002)

Schauspieler:

  • Mario Adorf (als Marcus Schwarz / Menachem Teitelbaum) Andere Filme: Rossini, oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief (1997), Stille Tage in Clichy (1990), Winnetou – 1. Teil (1963)
  • Katharina Derr (als Gül) Andere Filme: Die Friseuse (2010), Wenn die Welt uns gehört (2009), Die Liebe der Kinder (2009)
  • Hannelore Elsner (als Ethel) Andere Filme: Kirschblüten – Hanami (2008), Alles auf Zucker! (2004), Die Unberührbare (2000)

Musik:

  • Dohmen Andere Filme: Beltracchi – Die Kunst der Fälschung (2014)
  • Dürbeck Andere Filme: Beltracchi – Die Kunst der Fälschung (2014)

Verleih: Farbfilm-Verleih
FSK: 12
Laufzeit: 93 Minuten
Genre: Drama
Kinostart: 09. Mai 2014
IMDB: imdb

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Über reinhard

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