Grand Budapest Hotel

Filmkritik zu:

Grand Budapest Hotel

von Reinhard

 

Über den Film:

Es gab da mal dieses wunderbar, unmögliche Hotel. In diesem Zwergstaat mit viel zu vielen Bergen. Ziemlich herunter gekommen, wenig Gäste. Und dann kommt der eine Gast, und erzählt eine fantastische Geschichte. Über Ehre und Mute, Brüderlichkeit und was es bedeutet, ein Lobbyboy zu sein.
Aus einer Zeit, als das Hotel noch voll belegt war, die Gäste Reich und voller Extravaganzen. Und dem Mann der das alles im Griff hatte und es erst möglich machte. Der Concierge M Gustave.

Ein gebildeter, feinfühliger Mann. Es sei denn, er hatte keine Lust. Und wie alle Charaktere in einem Wes Anderson Film, skurril bis an die Schmerzgrenze. Sehenswert, wie er den neuen Lobbyboy unter seine Fittiche nimmt, ihn ausbildet und dabei auch die Kerze nicht vergisst.

Aber der Concierge hatte ein spezielles Verhältnis zu manchen Gästen. Besonders wenn diese reich, blond und weiblich waren. Und als er aus der Zeitung erfährt das eine dieser seiner Freundinnen verstorben ist macht er sich auf, lasst alles stehen und liegen, ein Lobbyboy im Schlepptau. Um der Verblichenen die letzte Ehre zu erweisen. Das wenigste, dass er machen kann. Für einen Gast, den er seit zwei Jahrzehnten kannte.

Allerdings gerät er dabei auch in die Testamentseröffnung. Und überhaupt ist nicht alles so, wie es zuerst scheint. Z. b. war der Tod etwas zu gewalttätig.

Und so hetzen Concierge und Lobbyboy durch den Film. Von einem wunderbaren Set zum nächsten. Anderson ist sich selbst treu geblieben und hat sich selbst neu erfunden. Das rosa Hotel in den Alpen, das ist ein unglaublicher Anblick. Und ständig gibt es irgendwelche Miniaturen zu entdecken. Ob es zwei Seilbahnen sind, die sich in luftiger Hohe begegnen. Oder eine Verfolgungsjagd durch ein Museum mit schrägen Exponaten, wie einen fast ganz dunklen Saal mit Rittern bzw. deren Rüstung. Oder ein Blick auf ein Observatorium, mit anschließendem Zoom, durch den man erkennt, dass die Punkte tatsächlich Menschen sind.

Das ist der Film, den es zu entdecken gibt. Endlose Gänge und schreiende Farben.
Dass die Geschichte dabei nicht unbedingt die komplizierteste ist, ist dabei völlig egal. Sie ist, im Rahmen eines solchen Films, logisch und immer nachvollziehbar.

Das da noch eine Horde wunderbarer Schauspieler durch den Film tänzelt wird dabei fast übersehen. Man konnte ein Kartenspiel machen, wo man raten musste, wer die entsprechende Figur verkörpert. Hätte ich es nicht gewusst, ich hätte ­Tilda Swindon nicht erkannt. Ihre Maske ist grandios. Und so geht es mit vielen anderen auch. Eigentlich schade. Und doch zeigt sich wieder mal das alle zur Verfügung stehen wenn ­Wes Anderson ruft. Und sicherlich hat keiner einen Grund sich zu beklagen.

Jedenfalls ein runder Abend. Und wer andere Anderson Filme kennt und mag. Oder einfach auf skurrile, intelligente Unterhaltung steht, soll sich unbedingt diesen Film ansehen.

Technisches:

Originaltitel: The Grand Budapest Hotel
Regie: Wes Anderson Andere Filme: Moonrise Kingdom (2012), Darjeeling Limited (2007), Die Royal Tenenbaums (2001)
Buch:

  • Wes Anderson Andere Filme: Moonrise Kingdom (2012), Darjeeling Limited (2007), Die Royal Tenenbaums (2001)
  • Hugo Guinness Andere Filme: –

Darsteller:

  • Ralph Fiennes (als M. Gustave) Andere Filme: James Bond 007 – Skyfall (2012), Harry Potter und die Heiligtümer des Todes (2010), Brügge sehen… und sterben? (2008)
  • Tony Revolori (als Zero) Andere Filme: The Perfect Game (2009), My Name Is Earl (TV Serie) (2009)
  • F. Murray Abraham (als Mr. Moustafa) Andere Filme: Inside Llewyn Davis (2013), Forrester – Gefunden! (2000), Amadeus (1984)

Kamera: Robert D. Yeoman Andere Filme: Moonrise Kingdom (2012), Darjeeling Limited (2007), Die Royal Tenenbaums (2001)
Musik: Alexandre Desplat Andere Filme: Monuments Men – Ungewöhnliche Helden (2014), Venus im Pelz (2013), Moonrise Kingdom (2012)
Verleih: Twentieth Century Fox
FSK: 12
Laufzeit: 100 Minuten
Genre: Komödie
Kinostart: 6. März 2014
Homepage: http://www.grandbudapesthotel.com/
Wikipedia: wiki
IMDB: imdb

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Über reinhard

Ich bin der, der diesen Blog betreibt.
Dieser Eintrag wurde in 2014 veröffentlich. Erstelle ein Lesezeichen vom Permanentlink.

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