Birdman oder (die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)

Filmkritik zu:

Birdman oder (die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)

von Reinhard

 

Über den Film:

Wie ist das so, wenn man nur noch ein Schatten seiner selbst ist. Nicht weil man klein ist, sondern mal früher so viel größer war. Riggan Thomson (Michael Keaton) versucht dagegen anzukämpfen. Vor 20 Jahren hatte er mal eine Rolle, die sich als die größte seines Lebens herausstellen sollte. Aber das weiß er erst heute.

Verzweifelt versucht er sein Leben in den Griff zu bekommen. Er hat ein Theater angemietet und will ein Stück auf die Bühne bringen, von einem Schriftsteller, den er bewundert. Das Buch hat er geschrieben, er führt Regie und ist auch der Hauptdarsteller. Er steckt sein ganzes Geld in die Produktion, er will der Welt, aber auch sich selbst, etwas beweisen.

Als sich herausstellt das der männliche Gegenpart, also der Schauspieler, nicht so gut ist, wie er es sich wünscht, fällt diesem „aus Versehen“ ein Leuchter auf den Kopf. Jetzt braucht’s einen Ersatz. Völlig überraschend ist ein guter Kollege frei. Er hat den letzten Job hingeschmissen, oder wurde rausgeschmissen. Das weiß keiner so genau, vermutlich stimmt beides.

Mike Shiner (Edward Norton) stellt sich als großartig heraus. Er hat die Rolle zugleich im Griff. Dummerweise stellt er sich als Arschloch heraus. Aber damit kann man umgehen, meistens.

Und während Mike die Tochter von Riggan anmacht, die dort jobbt, redet Riggan mit seinem unsichtbaren Alter Ego, dem Birdman. Und wirft mit seinen Telekinetischen Kräfte schon mal ein Glas an die Wand.

Es ist die Zeit der Vorpremiere. Also wenn ein Stück vor der eigentlichen Premiere, aber schon vor Publikum, gespielt wird. Dieses kommt für wenig, oder gar kein, Geld in den „Genuss“ zu sehen, wie die Schauspieler ihren Rollen den letzten Schliff geben. Das kann mal schief gehen, und tut es auch.

Und passend zum Thema ist auch der Film wie ein Theaterstück aufgebaut. Begrenzt auf die Bühne und die sonstigen Räumlichkeiten des Gebäudes, mit ganz wenigen Außenaufnahmen. Aber vor allem, wie im Theater, ohne Unterbrechungen. Speziell ohne Schnitt. Zumindest scheinbar, einige sind wohl doch eingebaut, aber praktisch unsichtbar. Und so folgt die Kamera den Protagonisten von Platz zu Platz.

Gezeigt wird dabei hauptsächlich die Sicht von Riggan. Seine Beweggründe, aber auch seien Abgründe. Und wenn der Batman Darsteller von 1989 und 1992 mit diesem Geist redet, der seit über 20 Jahren ihn verfolgt, in ihm steckt. Dann hat der Ironie längst hinter sich gelassen.

Heraus gekommen ist dabei ein sehr intensives, sehr echtes Porträt. Einfach ein klasse Film.

Technisches:

Originaltitel: Birdman or (The Unexpected Virtue of Ignorance)

Regie: Alejandro González Iñárritu Andere Filme: Babel (2006), 21 Gramm (2003), Amores perros (2000)

Buch:

Schauspieler:

  • Michael Keaton (als Riggan) Andere Filme: Die etwas anderen Cops (2010), Ein Date mit Hindernissen (2004), Batman (1989)
  • Emma Stone (als Sam) Andere Filme: The Amazing Spider-Man (2012), Einfach zu haben (2010), Der Womanizer – Die Nacht der Ex-Freundinnen (2009)
  • Kenny Chin (als Dmitriy) Andere Filme: Our RoboCop Remake (2014), Die Unfassbaren – Now You See Me (2013), Mancation (2012)

Kamera: Emmanuel Lubezki Andere Filme: Gravity (2013), The Tree of Life (2011), Dem Himmel so nah (1995)

Musik: Antonio Sanchez Andere Filme: Pat Metheny Group: Speaking of Now Live (2003)

Verleih: Twentieth Century Fox

FSK: 12
Laufzeit: 119 Minuten
Genre: Drama
Kinostart: 29. Januar 2015
Wikipedia: wiki
IMDB: imdb

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Über reinhard

Ich bin der, der diesen Blog betreibt.
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