Leviathan

Filmkritik zu:

Leviathan

von Reinhard

 

Über den Film:

Was macht ein Mann, dem droht, das er sein Haus verliert? Kolia hat vermutlich zuerst rumgeschriehen, sich dann betrunken, und dann gekämpft.

Er hat seinen früheren Schulfreund kommen lassen, der ist inzwischen Anwalt und geht mit dessen Hilfe gegen die Zwangsenteignung vor.

Dabei ist die Situation zu Hause alles andere als Einfach. Sein Sohn akzeptiert seine neue Frau nicht. Und auch sonst sind die Umstände alles andere als gut.

Und es wird nicht besser als das Gericht, mal wieder – aber jetzt wohl endgültig, gegen Ihn entscheidet. Das Grundstück geht, komplett mit den Häusern, für ’nen Appel und ’n Ei, an die Gemeinde. Und am Abend kann es sich der betrunkene Bürgermeister nicht nehmen lassen und fährt zu Kolia um Ihm das unter die Nase zu reiben.

Aber der „Kleine Bruder“, der Anwalt aus Moskau, hat noch ein Ass im Ärmel. Der Bürgermeister hat nämlich Dreck am Stecken und der Anwalt die passende Akte. Gleichzeitig entwickelt sich was zwischen dem Anwalt und der Frau seines Schulkollegen. Und das bleibt natürlich nicht lange geheim.

Aber der Kampf gegen den übermächtigen Staat ist nur der Aufhänger der Geschichte. Auch der Kampf um seine Frau ist nicht das Hauptthema. Es klingt die Geschichte von Don Quichotte an, der Kampf gegen die Windmühlen.

Und zitiert wird auch Hiob, der Gott wegen seines Unglücks anklagt. Überhaupt spielt die Kirche eine kleine aber konstante Rolle in diesem Film, der eher von Bildern und Emotionen getragen wird als von der Handlung.

Es ist der Blick in die -russische- Seele, die diesen Film so interessant macht. Nicht unbedingt erkennbar an dem Umstand das ständig gesoffen wird. Das auch, oder an der allgegenwärtigen Korruption. Sondern an den Landschaften, Innen wie Außen.

Dennoch ist der Film zu lange geraten, oder zumindest zu langatmig. Der Zuschauer merkt sehr schnell, in welche Richtung es geht. Und ab da gibt es eigentlich keine Überraschungen mehr. Die Oskarnominierung kann eher als politisches Statement verstanden werden denn als eine Auszeichnung für die künstlerische Qualität.

Letztendlich ist der Film nur bedingt empfehlenswert.

Technisches:

Originaltitel: Leviafan

Regie: Andrey Zvyagintsev Andere Filme: Elena (2011), Die Verbannung (2007), Die Rückkehr (2003)

Buch:

  • Oleg Negin Andere Filme: Elena (2011), Die Verbannung (2007)
  • Andrey Zvyagintsev Andere Filme: Elena (2011), Die Verbannung (2007), Die Rückkehr (2003)

Schauspieler:

  • Aleksey Serebryakov (als Nikolay) Andere Filme: Golfstrim pod aysbergom (2012), PiraMMMida (2011), Svyaz vremyon (2010)
  • Elena Lyadova (als Lilya) Andere Filme: Geograf globus propil (2013), Elena (2011), Die Verbannung (2007)
  • Vladimir Vdovichenkov (als Dmitriy) Andere Filme: 360 – Jede Begegnung hat Folgen (2011), Chelovek u okna (2010), Steppensturm – Der Aufstand der Kosaken (2009)

Kamera: Mikhail Krichman Andere Filme: Elena (2011), Die Verbannung (2007), Die Rückkehr (2003)

Musik:

  • Andrey Dergachev Andere Filme: Elena (2011), Die Verbannung (2007), Die Rückkehr (2003)
  • Philip Glass Andere Filme: Elena (2011), The Illusionist – Nichts ist wie es scheint (2006), Koyaanisqatsi – Prophezeiung (1982)

Verleih: Wildbunch Germany
FSK: 12
Laufzeit: 142 Minuten
Genre: Drama
Kinostart: 12. März 2015
Wikipedia: wiki
IMDB: imdb

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Über reinhard

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