Wer bin ich?

Filmkritik zu:

Wer bin ich?

von Reinhard

 

Über den Film:

Kommissar Murot hat mal wieder alle Hände voll zu tun, und eigentlich ist er gar nicht fit. Als er am Tatort eintrifft, ist die Untersuchung der Leiche in vollem Gang. Die Zweite findet er kurze Zeit später im Kofferraum einer Nobelkarosse mit angekettetem Gewicht.

Da passiert es. Die Kamera schwenkt etwas zu weit, und im Hintergrund sieht man die 2. Kamera und überhaupt die ganze Filmcrew. Wenig später steht am Kaffeetisch und unterhält sich mit der Leiche aus dem Kofferraum, wer schlimmer aussieht.

Dabei gibt es ein echtes Problem. Einer der Schauspieler ist tot. Diesmal ist es ein echter Toter. Autounfall. Die Crew ist in schockstarre, die Produktion steht erst mal still.

Und als die Polizei auftaucht, wird das nicht besser. Am Abend vor dem Unfall waren alle Beteiligten auf einer Feier in einem Spielkasino. Und der Tote ist derjenige, der abgeräumt hat.

Kritisch wir es, weil dieses Geld, etliche 10.000 Euro, verschwunden ist. Und Murot wurde als Letzter mit ihm gesehen. D. h. das ist ja nicht Murot, das ist ja Ulrich Tukur der Ulrich Tukur spielt der den Kommissar Murot spielt. Das Problem ist nur das sich Tukur an nichts erinnert, der festen Überzeugung ist vor Mitternacht das Kasino verlassen zu haben. Aber die Überwachungskameras erzählen da was anderes.

Und so spielt dieser sehr ungewöhnliche Tatort mit den Mitteln des Film im Film und nimmt sich selbst nicht so ernst. Etwa wenn Tukur in der Kantine der Hessischen Rundfunks sitzt und einer der Kollegen dazu kommt und meint dies sei doch ein klasse Ort zum Drehen. Und Murot müsste dann nur dort sitzen, wo Tukur sitzt, die Kamera sollte dann genau Dort sein, und zeigt in Richtung der Kamera. Und dergleichen mehr.

Der Fall wird natürlich aufgelöst, und zwar mit einem, metaphysischen Knalleffekt am Ende. Aber darunter geht hier sowieso nichts. Dabei ist es ein Genuss, wie sich der Tatort selbst auf den Arm nimmt. Immer wieder das Bild des armen Schauspielers zelebriert. Und andererseits Pat und Patachon als Abziehbilder von Polizisten auch hier alle Klischees bedienen.

Die Krimihandlung ist dabei das Unwichtigste. Und vermutlich wird ein gestandener Tatortgucker sich beschweren, dass dies gar kein richtiger Tatort ist. In der Tat hat er damit recht. Und nachdem im letzten Jahr mit „Im Schmerz Geboren“ schon mal ein außergewöhnlicher Tatort ausgezeichnet und ausgestrahlt wurde, hat es sich hier wiederholt. Einmal im Jahr darf der Tatort das.

Technisches:

Regie:
Bastian Günther Andere Filme: Das Leben nach der Neutronenbombe (2014), Houston (2013), Autopiloten (2007)

Buch:
Bastian Günther Andere Filme: Das Leben nach der Neutronenbombe (2014), Houston (2013), Autopiloten (20007)

Schauspieler:

  • Ulrich Tukur (als Felix Murot / Ulrich Tukur) Andere Filme: Exit Marrakech (2013), Das Schwein von Gaza (2011), John Rabe (2009)
  • Barbara Philipp (als Magda Wächter / Barbara Philipp) Andere Filme: Der Medicus (2013), Fenster zum Sommer (2011), Der Vorleser (2008)
  • Wolfram Koch (als Wolfram Koch) Andere Filme: Draußen ist Sommer (2012), Die kommenden Tage (2010), Autopiloten (2007)

Kamera: Michael Kotschi Andere Filme: Das Leben nach der Neutronenbombe (2014), Der Preis (2011), Im nächsten Leben (2009)

Musik: Bertram Denzel Andere Filme: Alaska Johansson (2013), Der Letzte macht das Licht aus! (2007), Paul Is Dead (2000)

Verleih: ARD

Laufzeit: 90 Minuten
Genre: Krimi, Komödie
TV Ausstrahlung: 27. Dezember 2015
Wikipedia: wiki
IMDB: imdb

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Über reinhard

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