Ein letzter Tango

Filmkritik zu:

Ein letzter Tango

von Reinhard

 

Über den Film:

Eine Bühne, zwei Körper, ein Tanz. Der Tanz. Tango. Der, angeblich, erotischste Tanz seit Salome einen Kopf als Prämie für ihren Tanz gewonnen hat. Hier rollen keine Köpfe, aber Herzen.

Die zwei Körper sind María Nieves und Juan Carlos Copes und es ist eine Dokumentation.

Aber es ist nicht nur das die beiden, hauptsächlich aber Maria, ihre Lebensgeschichte erzählen, die Schlüsselereignisse werden auch nachgespielt. Junge Schauspieler und Tänzer zeigen, wie das Leben in den 40ern und 50ern in Argentinien war. Wenig Geld, wenig zu essen, aber eine Leidenschaft.

Als María den noch unerfahrenen Juan sieht, ist dieser zwar schon hübsch, aber ansonsten eine Sackkarre, jemand der nicht tanzen kann. Aber man muss vielen Frauen auf die Füße treten, bis man tanzen kann, wie er einmal sagt. Und er hat es gelernt. Maria wird seine Partnerin und auch seine Freundin. Und Maria würde, käme sie noch einmal auf die Erde, alles wieder genau so machen wie beim ersten Mal. Besonders das mit dem Tango. Nur das mit Juan nicht.

Alles das erzählt die 80-jährige María Nieves den jungen Schauspielern, bevor man sieht wie sich der Regisseur und die Tänzer das vorstellen. Und dabei von María korrigiert werden.

Und diese Szenen mit viel Tanz, viel Musik und noch mehr Leidenschaft ist es, die Leben in die Geschichte haucht. Diese Tänze, z. B. der auf der Brücke, angelehnt an Singing in the Rain, sind wunderbar choreografiert und fotografiert. Die Kameraarbeit ist herausragend. Dabei gar nicht aufdringlich. Sondern, mit dem richtigen Licht, einfach unsichtbar. Wie eine Kamera sein sollte.

Man merkt, dass Wim Wenders als Produzent dem Regisseur mit Rat und Tat zur Seite gestanden hat. Und er hat ja auch Erfahrung mit Musik und Tanzfilmen.

Dabei ist es die älteste Geschichte der Welt, die hier erzählt wird. Junge liebt Mädchen. Junge bekommt Mädchen. Junge verlässt Mädchen. Besonders wird es, weil die gemeinsame Geschichte damit nicht endet. Sondern beide bleiben, für die Bühne, Partner. Fast noch einmal solange wie sie ein Paar sind Tanzen sie weiter zusammen. Insgesamt über 50 Jahre.

Und diesem Paar, das in Argentinien, und Amerika und der ganzen Welt den Tango bekannt gemacht hat, setzt dieser Film ein wunderbares Denkmal. Auch die traurigen Seiten werden nicht ausgespart, werden von Juan und Maria offen angesprochen. Und das macht die Geschichte auch rührend.

Aber in Erinnerung wird er wegen der Musik und des Tanzes bleiben.

Technisches:

Originaltitel: Un tango más

Regie: German Kral Andere Filme: Der letzte Applaus – Ein Leben für den Tango (2009), Über die Montage (2000), Buenos Aires, meine Geschichte (1999)

Buch:
German Kral Andere Filme: Música cubana (2004), Buenos Aires, meine Geschichte (1999), Die Gebrüder Skladanowsky (1995)

Mitwirkende:

  • María Nieves Rego (als Sie selbst) Andere Filme: –
  • Juan Carlos Copes (als Er selbst) Andere Filme: Tango and Sex (2013), Los guardianes del ángel (2004), Tango, the Obsession (1998)

Kamera:

  • Jo Heim Andere Filme: Der 7bte Zwerg (2014), Männerherzen (2009), 7 Zwerge – Männer allein im Wald (2004)
  • Félix Monti Andere Filme: Fussball – Grosses Spiel mit kleinen Helden (2013), In ihren Augen (2009), La niña santa – Das heilige Mädchen (2004)

Musik:

  • Gerd Baumann Andere Filme: Wer’s glaubt, wird selig (2012), Sommer in Orange (2011), Buenos Aires, meine Geschichte (1999)
  • Luis Borda Andere Filme: 12 Tangos – Adios Buenos Aires (2005), ¿Quién está matando a los gorriones? (2001), Caminos del Chaco (1999)
  • Sexteto Mayor Andere Filme: Al corazón (1996)

Verleih: Alpenrepublik

FSK: 0
Laufzeit: 85 Minuten
Genre: Dokumentation
Kinostart: 7. April 2016
IMDB: imdb

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Über reinhard

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