Heil

Filmkritik zu:

Heil

von Reinhard

gesehen auf dem FddF 2016

 

Über den Film:

Wir schreiben das Jahr 2015. Und die braune Gesinnung ist auf dem Vormarsch in Deutschland. Einer der ganz vorne mitmarschieren will ist Sven Stanislawski, gespielt von Benno Fürmann. Einer der das Verhindern will ist Sebastian Klein (Jerry Hoffmann). Der hat gerade einen Bestseller geschrieben und wird jetzt von Konferenz zu Talkshow weitergereicht, und hat deshalb Ärger mit seiner schwangeren Freundin hat. Aber er ist nun mal auch sehr fotogen, denn mit seiner dunklen Hautfarbe will sich manch einer schmücken.

Auch schmücken will sich der Verfassungsschutz mit ihren Erkenntnissen aus der rechten Szene. Und wie seit dem geplatzten NPD Verbotsverfahren bekannt ist, werden dazu V-Männer eingesetzt. Letztendlich finanzieren dadurch die Verfassungsschützer dreier Länder die Truppe von Stanislawski, ohne von den jeweils anderen Aktionen zu wissen.

Der Einzige, der was gegen die Nazis tut, ist ein Polizist, der aus der Stadt von Stanislawski kommt. Und dieser Polizist ist in die schärfste Nazibraut der Region verliebt. Die wiederum die ist die Einzige die sich Stanislawski widersetzt.

Kompliziert? Das waren doch nur die ersten 5 Minuten.

Richtig abgefahren wird es erst, als Sebastian auch in diese Stadt fährt, um einen Vortrag zu halten. Dabei wird er von Stan und seinen Kumpanen abgefangen, und er erhält einen kräftigen Schlag gegen den Kopf. Seit dem plappert er alles nach, was man ihm vorsagt. Oder was auf den Zetteln steht, die Stanislawski ihm zusteckt. Denn der, einer der wenigen Intelligenten in der Nazitruppe, erkennt seine Chance und nutzt diese.

Der Erfolgsautor kommt jetzt also mit Sprüchen aus der rechten Ecke, was wiederum seine dessen Freundin auf den Plan ruft. Dazu kommen noch ein Bürgermeister, der das Naziproblem seiner Stadt auf eine eigene Weise löst, eine Truppe Linker, die immer zuerst alles ausdiskutieren müssen, ein Kameramann der den Auftrag hat alles-zu-geben. Und vermutlich hab ich jetzt ein paar vergessen. Ach z. B. die Typen in der Fernsehdiskussion etwa. Incl. diesem Regisseur Brüggemann, der irgendeinen Quatsch verzapft, während der echte Brüggemann vermutlich hinter der Kamera stand und sich einen ablachte.

Vor zwei Jahren hatte Brüggemann, hier auf dem Festival mit Kreuzweg einen komplett anderen Film abgeliefert. Und jetzt so was. Das war schon nicht mehr Satire, das war, über weite Strecken, eine Farce. Wer kommt schon auf die Idee seinen Hund Jesus zu nennen? Dementsprechend gehen auch die Meinungen auseinander. Aber ich fand ihn Klasse. Ich liebe schwarzen Humor, und das war so richtig böse.

Also ich kann ihn empfehlen.

Technisches:

Regie: Dietrich Brüggemann Andere Filme: Kreuzweg (2014), Drei Zimmer/Küche/Bad (2012), Renn, wenn du kannst (2010)

Schauspieler:

  • Benno Fürmann (als Sven Stanislawski) Andere Filme: Nachthelle (2015), Der fast perfekte Mann (2013), Nordwand (2008)
  • Jerry Hoffmann (als Sebastian Klein) Andere Filme: Grzimek (2015), Zeit der Helden (2013), Nemez (2012)
  • Liv Lisa Fries (als Leon) Andere Filme: Und morgen mittag bin ich tot (2013), Staudamm (2013), Schneeweißchen und Rosenrot (2012)

Kamera: Alexander Sass Andere Filme: Drei Zimmer/Küche/Bad (2012), Renn, wenn du kannst (2013), Mondscheinkinder (2006)

Musik: Dietrich Brüggemann Andere Filme: Drei Zimmer/Küche/Bad (2011), Renn, wenn du kannst (2010)

Verleih: X-Verleih

Laufzeit: 104 Minuten
Genre: Farce
Kinostart: 16. Juli 2015
Wikipedia: wiki
IMDB: imdb

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Über reinhard

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