Aus dem Nichts

Filmkritik zu:

Aus dem Nichts

von Reinhard

 

Über den Film:

Als Katja (Diane Kruger) ihren Mann abholen will, sind Sie schon da. All. Die Polizei, die Feuerwehr die Sanitäter, die Presse. Es gab einen Unfall oder eine Explosion oder ähnliches. Und als sie das Auto verlässt, über die Absperrung steigt und schreiend zum Büro rennt, das ist eine der starken Szenen des Films. So was geht unter die Haut.

Angelehnt an die Morde der NSU wird hier das Leiden eines der Opfer gezeigt. Ein Opfer aus der 2. Reihe. Denn es selbst wurde durch die Bombe nicht verletzt. Hat aber Mann und Sohn verloren.

Es beginnt, was es auch in der Realität gab. Verdächtigungen von der Polizei. Immerhin war ihr Mann Nuri schon einmal wegen Drogen im Gefängnis. Vielleicht ein Racheakt aus der Szene? Oder hat er sich, als Muslim, radikalisiert, und geriet vielleicht an die Falschen? Solche und ähnliche Fragen und Verdächtigungen werden gestellt und unterstellt. Dabei hat Kaja schon schnell die richtige Antwort, es waren Nazis.

In diesem ersten Teil des Films wird hauptsächlich das Umfeld gezeigt. Freunde und Familie. Aber auch die Leere nach dem Anschlag. Und immer wieder Videoschnipsel der vergangenen, glücklichen Zeit. Getragen wird das alles von Diane Kruger als Katja.

Anders als bei der NSU dauert es jedoch keine zermürbende sieben Jahr bis die Täter gefasst wurden. Und hier beginnt der zweite, der Hauptteil des Films. Die Täter, hier ein Pärchen, steht also im Gerichtssaal ihrem Opfer gegenüber, regungslos. Nur die Anwälte und der Richter reden. Und hier ist sie wieder, die starke, zerbrechliche Diane Kruger die aus dem Affekt heraus auf einen der Täter los geht.

Denn das Prozedere zehrt an den Nerven. Die kühle Sprache, mit der das Grauen beschrieben wird. Das ist ein Grauen in sich selbst. Und fast nicht auszuhalten. Und das Großartige ist, dass diese trotzdem gezeigt wird. Bis an die Schmerzgrenze. Ohne voyeuristisch zu werden. Ohne in plattes Grauen abzudriften.

Und doch. Ja ich habe ein doch.
Irgendwas stört mich. Und ich kann es nicht genau benennen. Ist es der in die Länge gezogene Prozess oder das Ende? Jedenfalls nicht das Diane Kruger so wenig spricht. Sprache ist im Kino ‚eh überbewertet. Und auch hier ist der Film am besten, wenn nichts gesprochen wird. Die Bilder sind überzeugend genug. Aber irgendwas hat mir eben doch gefehlt.

Daher kann ich, ohne es wirklich begründen zu können, nicht die höchste Punktezahl vergeben.
Aber fünf von sechs Hüten ist er sicher wert.

Technisches:

Regie: Fatih Akin Andere Filme: Tschick (2016), Soul Kitchen (2009), Gegen die Wand (2004)

Buch:

  • Fatih Akin Andere Filme: Tschick (2016), Soul Kitchen (2009), Gegen die Wand (2004)
  • Hark Bohm Andere Filme: Tschick (2016), Vera Brühne (2001), Herzlich willkommen (1990)

Schauspieler:

  • Diane Kruger (als Katja Sekerci) Andere Filme: The Infiltrator (2016), Inglourious Basterds (2009), Das Vermächtnis der Tempelritter (2004)
  • Denis Moschitto (als Danilo Fava) Andere Filme: Wilde Maus (2017), Almanya – Willkommen in Deutschland (2011), Kebab Connection (2004)
  • Numan Acar (als Nuri Sekerci) Andere Filme: Ali and Nino (2016), Rosewater (2014), Bereullin (2013)

Kamera: Rainer Klausmann Andere Filme: Tschick (2016), Lemon Tree (2008), Der Untergang (2004)

Musik: Josh Homme Andere Filme: Queens of the Stone Age: No One Knows (2002)

Verleih: Warner Bros.
FSK: 12
Laufzeit: 106 Minuten
Genre: Drama
Kinostart: 23. November 2017

Homepage: inthefadefilm.com
Wiki: Wiki
IMDB: imdb

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Über reinhard

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