Shape of Water – Das Flüstern des Wassers

Filmkritik zu:

Shape of Water – Das Flüstern des Wassers

von Reinhard

 

Über den Film:

Es ist ein einfaches Leben das Elisa (Sally Hawkins) lebt. Immer die gleiche Routine. Das Ritual im Bad. Das Kümmern um den Nachbarn. Die Geschichte mit den Eiern. Das gemeinsame Fernsehen. Die Tanzschritte, die man sich bei den großen Vorbildern abguckt. Und kurz vor Mitternacht geht es mit dem Bus zu dieser Forschungseinrichtung,

wo sie, mit Kolleginnen, alles Reinigen, Wischen und den Müll wegbringen.

Sie redet dabei nicht viel. Eigentlich gar nicht. Sie ist nämlich stumm. Kann aber alles verstehen, und sich selbst, per Zeichensprache, mitteilen. Dafür redet ihre Kollegin auf Arbeit für zwei, wenigstens. Aber die beiden kommen gut miteinander klar. Mehr als Arbeitskollegen, Freunde halt. Auch wenn das nie ausgesprochen wird.

Das Ganze wird kurzfristig unterbrochen, als ein neues Objekt ankommt. Irgendwas in einem Wassertank. Groß wie ein Mensch. Und sauer. Das wird wenig später klar als, neben viel Blut, auch zwei Finger gefunden werden. Der neue Sicherheitschef Strickland (Michael Shannon) hat es aber mit dem Ding auch nicht leicht. Irgendwas Menschenähnliches. Zwei Beine, Arme, Kopf. Aber auch Kiemen. Kann sowohl unter Wasser atmen, als auch von Luft leben. Auch wenn es regelmäßig ins Nass zurück muss. Es spricht nicht. Oder sind die seltsamen Laute eine Sprache?

Doch Strickland, von dem die Finger sind, weiß sich zu wehren. Seine Lieblingswaffe ist so ein Elektroknüppel, wie man ihn bei Rindern einsetzt. Der tötet nicht, bereitet aber höllische Schmerzen. Und Strickland hat seinen Spaß dabei.

Elisa hat Mitleid. Einfache Gesten nimmt das Wesen dankbar an. Vermutlich ist die Putzkraft der erste Mensch der es mit Freundlichkeit versucht. Und Musik gefällt ihm.

Das ist, im Wesentlichen, die Ausgangssituation dieses romantischen Fantasymärchens. Einerseits die bösen, dummen Männer, vertreten durch den Rassisten Strickland. Anderseits die gut, schlaue Elisa. Wer wird wohl gewinnen? Dumme Frage. Oder auch nicht. Denn das ist ein Film von Guillermo del Toro. Und war das Ende von Pans Labyrinth ein Sieg? Eine Erlösung, ja. Aber ein Sieg? Auch wenn del Toro längst in Hollywood angekommen ist, er ist immer noch gut genug um den Zuschauer zu überraschen.

Dabei kommt der Film als echtes Märchen daher. Mit einer wunderschönen Unterwassersequenz zur Eröffnung. Und, im Kontrast zu den einfarbigen Fernsehern, ein eigentlich viel zu buntes Bild, speziell in Elisa Wohnung. Fast wie Technicolor, nur nicht so penetrant. Einfach schöne Farben.

Sally Hawkings gibt sich dabei alle Mühe das Sich-Verlieben in dieses, ähm, Ding glaubwürdig rüber zu bringen. Und es hat sich gelohnt. Vom ersten Erkennen, das zum Erschrecken führt. Über das Lächeln, wenn sie merkt, das dem Wesen auch die gleiche Musik gefällt. Bis zum Ende, wo es zum Äußersten kommt. Jeder Schritt wird glaubwürdig und, vom Zuschauer nachvollziehbar, erzählt.

Der Aquaman, bzw. der Schauspieler, der in hier in einer Ganzkörper Latex Maske steckt, hat es da wesentlich schwerer. Aber selbst da sind die Nuancen erkennbar, die ein feines Spiel hervorbringen.

Selbst er Rassist Strickland bekommt so was wie eine Tiefe und eine Hintergrundgeschichte. Ist nicht einfach platte.

Was spielt es da für eine Rolle, dass die Geschichte den einen oder anderen Logikfehler hat. Oder kann mir jemand erklären, warum das Monster aus dem Sumpf nicht gleich im Meer verschwindet, als es die Gelegenheit hat? Doch über so was tröstet die schöne Geschichte hinweg.

Der Film ist allemal sehenswert und hat seine diversen Oskars verdient.
Von mir bekommt er fünf von sechs Hüten.

Technisches:

Originaltitel: The Shape of Water
Regie: Guillermo del Toro Andere Filme: Pacific Rim (2013), Pans Labyrinth (2006), Hellboy (2004)

Buch:

  • Guillermo del Toro Andere Filme: Pacific Rim (2013), Pans Labyrinth (2006), Hellboy (2004)
  • Vanessa Taylor Andere Filme: Die Bestimmung – Divergent (2014), Wie beim ersten Mal (2012), The Amazing Mrs. Novak (2009)

Schauspieler:

  • Sally Hawkins (als Elisa Esposito) Andere Filme: Maudie (2016), Paddington (2014), Wüstenblume (2009)
  • Michael Shannon (als Richard Strickland) Andere Filme: Elvis & Nixon (2016), Zeit der Trauer (2009), 8 Mile (2002)
  • Octavia Spencer (als Zelda Fuller) Andere Filme: Hidden Figures: Unerkannte Heldinnen (2016), Snowpiercer (2013), Good Morning, Pennsylvania (2010)

Kamera: Dan Laustsen Andere Filme: Small Town Killers (2017), Bedingungslos (2007), Pakt der Wölfe (2001)

Musik: Alexandre Desplat Andere Filme: Valerian – Die Stadt der tausend Planeten (2017), Florence Foster Jenkins (2016), Zero Dark Thirty (2012)

Verleih: 20th Century Fox
FSK: 16
Laufzeit: 123 Minuten
Genre: Märchen
Kinostart: 15. Februar 2018

Homepage: The Shape of Water
IMDB: imdb
Wikipedia: wiki

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Über reinhard

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