Sweet Country

Filmkritik zu:

Sweet Country

von Reinhard

 

Über den Film:

Es ist ein hartes Leben in den Australischen Outbacks, in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Und hart ist hier nur ein anderes Wort für Vorhölle.

Jeder versucht damit klarzukommen, so gut er kann.

Wie etwa der bibelgläubigen Farmer, Fred Smith gespielt von Sam Neill, der auch wirklich ernst nimmt was er da liest. Aber die meisten sind einfach harte Jungs, oder wollen es sein. Und manche sind blos Arschlöcher.

In die letzte Kategorie fällt Harry Marsch (Hamilton Morris), ein Kriegsveteran. Und in kurzen Rückblenden, eher Flashbacks, bekommt man eine Ahnung, wie er mit seinen Erfahrungen umgehen kann. Jedenfalls nicht gut.

Diese Flashbacks sind auch dass, was den Film so bemerkenswert macht. Mitten in der Handlung sieht man, für eine oder zwei Sekunden, etwas, dass eine Reaktion oder ein Wort erklärt. Dazu gibt es keinen Ton, was es surreal macht, oder die Geräusche der darum liegenden Handlung laufen einfach weiter. Ein bisschen freaky ist dass schon.

Aber neben den Farmern, alles Männer, alles Weiße, und wenigen Frauen spielen noch die Eingeborenen eine wichtige Rolle. Sie sind es, die die eigentliche Arbeit macht. Sie werden verprügelt, wenn eine Melone fehlt, auch wenn es keine richtigen Beweise gibt.

Jedenfalls ist Harry auf der Suche nach einem seiner Aborigines, der Junge ist nämlich abgehauen. Er landet auf der Farm des Predigers, der ist aber nicht da. Nur der Arbeiter mit seiner Frau. Harry ist sauer und betrunken. Schießt um sich. Und einen Augenblick später liegt er selbst auf dem Boden, und verreckt wie ein Hund.

Geschossen hat der Aborigine Sam Kelly. Und der kriegt es mit der Angst zu tun, schnappt sich seine Frau und türmt. Und die Angst ist berechtigt. Die Männer in der Stadt können es schließlich nicht zulassen, dass ein Ureinwohner einen Weißen tötet, und damit davon kommt.

Sergeant Fletcher (Bryan Brown) schart ein paar Männer um sich. Darunter den Priester und einen Ureinwohner als Fährtenleser, und nimmt die Verfolgung auf.

Was dann kommt, ist ein eher konventioneller Western. Eine Verfolgungsjagd, die halt nur nicht in Amerika stattfindet, sondern irgendwo in Australien. Mit Eingeborenen als Indianer, und ‚zivilisierten‘ Aborigines, die denn Herren dienen. Aber durchaus spannend und mit unerwarteten Wendungen.

Überhaupt, retten tut diesen Film die lakonische Art des Sergeanten. Der hat irgendwie schon lange mit allem abgeschlossen. Und wenn da nicht seine Frau und Tochter wäre, dann hätte er sich schon längst aufgegeben. Aber hier, im zweiten Teil der Geschichte ist er die interessante Figur. Mit hoch geknöpften Kragen, sicherlich die Höllen bei den dortigen Temperaturen, und immer einem bösen Spruch auf den Lippen.

Dennoch ist die Geschichte eher unausgeglichen. Sam Neill bekommt praktisch keine Chance seine Fähigkeiten auszuspielen. Letztendlich ist es Bryan Brown, der dem Film eine persönliche Note gibt. Und dafür sorgt das er doch noch, mit Einschränkungen, sehenswert ist.

Von mir bekommt er aber nur drei von sechs Hüten.

Technisches:

Regie: Warwick Thornton Andere Filme: We Don’t Need a Map (2017), The Darkside (2013), Samson and Delilah (2009)

Buch:

  • Steven McGregor Andere Filme: Redfern Now: Promise Me (2015), Big Name No Blanket (2013), Cold Turkey (2003)
  • David Tranter Andere Filme: Karli Jalangu (2005)

Schauspieler:

  • Bryan Brown (als Sergeant Fletcher) Andere Filme: Gods of Egypt (2016), Kill Me Three Times – Man stirbt nur dreimal (2014), Australia (2008)
  • Hamilton Morris (als Sam Kelly) Andere Filme: 8MMM Aboriginal Radio (2015)
  • Sam Neill (als Fred Smith) Andere Filme: Wo die wilden Menschen jagen (2016), Peaky Blinders – Gangs of Birmingham (2013-14), Für immer Liebe (2012)

Kamera:

  • Dylan River Andere Filme: Finding Mawiranga (2017), We Don’t Need a Map (2017), Who We Are: Brave New Clan (2014)
  • Warwick Thornton Andere Filme: We Don’t Need a Map (2017), The Darkside (2013), Samson and Delilah (2009)

Musik:

  • Jemma Burns Andere Filme: Lion: Der lange Weg nach Hause (2016), Papierflieger (2014), In der Haut von Venice (2012)
  • Damien Lane Andere Filme: Goldstone (2016), IFSS Uncut (2012), The Sapphires (2012)

Verleih: Grandfilm
FSK: 12
Laufzeit: 113 Minuten
Genre: Drama
Kinostart: 27 September 2018

Homepage: Homepage (engl.)
IMDB: imdb
Wikipedia: wiki

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Über reinhard

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