Three Billboards outside Ebbing, Missouri

Filmkritik zu:

Three Billboards outside Ebbing, Missouri

von Reinhard

 

Über den Film:

Die Idee kam nicht gut an, gar nicht gut. Ok, es war nur eine Seitenstraße. Praktisch niemand fährt dort, wenn er sich nicht gerade verfahren hat. Deshalb hat auch seit Jahren niemand mehr diese Werbetafeln gemietet, die, inzwischen halb verfallen, auf der Wiese standen.

Aber das stört Mildred Hayes (Frances McDormand) nicht. Und als sie die drei Tafeln mietet, hat die auch schon die Zettel mit den Sprüchen dabei, die dort zu sehen sein sollen.

Denn ein halbes Jahr zuvor ist ihre Tochter gestorben. Ermordet worden. Vergewaltigt und Ermordet. Und seit einem halben Jahr ist nichts in diesem Fall passiert. Und genau das gibt es dort zu lesen. Als Fragen verpackt, aber eindeutig als Vorwurf. Und namentlich ist der Sheriff dieses Ortes genannt. Noch so eine Sache die nicht gut ankommt.

Also gibt es Gegenwind. Etwa, wenn Sheriff bei dem Tafelvermieter auftaucht, um diesen zu überzeugen das Ganze doch zurückzuziehen. Aber der, jung und unerfahren, kommt gar nicht auf die Idee, dass es ein Problem mit den Tafeln in einer Seitenstraße geben könnte. Oder, wenn der örtliche Kirchenvertreter bei Mildred auftaucht, um ihr ins Gewissen zu reden, und dann seine eigene Medizin verabreicht bekommt.

Und schon gar nicht, wenn der Sheriff selbst zu ihr kommt. Und die ganze Leier herunterbetet, mit nicht hilfreich, und keine Zeugen, und mann kann ja nicht alle Männer der Stadt zwingen, eine Probe für den DNS-Test abzugeben. Oder alle Männer des Staates. Wobei da die Mutter eine etwas andere Meinung hat.

Die Figuren sind also aufgestellt, die Fronten sind geklärt.
Obwohl, ganz so einfach ist es nicht. Der Sheriff etwa ist gar kein übler Kerl. Wirklich bemüht. Er hatte einfach kein Glück in dem Fall. Ganz anders als der, keine Ahnung was der war – sagen wir mal Hilfssheriff, der als ziemliches Arschloch durch den Film läuft. Leicht psychopathisch, mit Gerüchten zu Folterungen von schwarzen Gefangenen und unter der Fuchtel der eigenen Mutter.

Allerdings ist Mildred auch nicht gerade die Unschuld vom Lande. Sicher haben die Monate der Untätigkeit sich in sie hineingefressen. Und die Jahre davor, mit ihrem gewalttätigen Mann, haben auch ihre Spuren hinterlassen. Aber Kindern in die Eier zu treten, wegen einer Nichtigkeit. Nein, eine nette Person ist sie auch nicht.

Das waren noch Zeiten als die Figuren im Kino Schwarz oder Weiss war. Echt langweilige Zeiten. Nicht so hier. Jeder hat die eine Seite, die man besser nicht in der Öffentlichkeit zeigt. Tatsächlich am besten kommt noch der Sheriff weg. Ganz sicher nicht Mildred Hayes.

Und doch, es gibt auch eine Entwicklung. Sowohl der Geschichte als auch der Personen. Und deshalb ist die Geschichte komplexer als man es auf einer Seite erzählen kann. Denn jeder lernt dazu, verändert sich. Auch wenn es vermutlich stimmt, dass man Frances McDormand zu keiner Zeit lächeln sieht. Aber das Abendessen mit dem Zwerg hat schon was Surreales. Was hätte ein David Lynch daraus gemacht.

Aber manche Sachen sind dann doch nicht Rund. Jenseits der drei Hauptdarsteller gibt es wenig, das über eine Schablone hinausgeht, der Zwerg vielleicht ausgenommen.

Daher gebe ich dem Oskaranwärter von ´18 fünf von sechs Hüten.

Technisches:

Regie: Martin McDonagh Andere Filme: 7 Psychos (2012), Brügge sehen… und sterben? (2008), Six Shooter (2004)

Buch: Martin McDonagh Andere Filme: National Theatre Live: Hangmen (2016), 7 Psychos (2012), Brügge sehen… und sterben? (2008)

Schauspieler:

  • Frances McDormand (als Mildred)Andere Filme: Hail, Caesar! (2016), Moonrise Kingdom (2012), Fargo – Blutiger Schnee (1996)
  • Woody Harrelson (als Willoughby) Andere Filme: Die Tribute von Panem – Mockingjay (2014), 2012 – Das Ende der Welt (2012), No Country for Old Men (2007)
  • Sam Rockwell (als Dixon) Andere Filme: Mr. Right (2015), 7 Psychos (2012), Moon (2009)

Kamera: Ben Davis Andere Filme: Guardians of the Galaxy (2014), Best Exotic Marigold Hotel (2011), Hannibal Rising – Wie alles begann (2007)

Musik: Carter Burwell Andere Filme: Hail, Caesar! (2016), 7 Psychos (2012), No Country for Old Men (2007)

Verleih: 20th Century Fox
FSK: 12
Laufzeit: 115 Minuten
Genre: Drama
Kinostart: 25 Januar 2018

Homepage: Three Billboards
IMDB: imdb
Wikipedia: wiki

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Über reinhard

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