The First Fallen

Filmkritik zu:

The First Fallen

von Reinhard

gesehen auf dem Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg 2021

 

Über den Film:

Es ist Silvester. Anbruch eines neuen Jahres, einer neuen Zeit. Nur weiß das noch keiner.

Wir sind in Brasilien, Anfang der 80er. Viele junge Leute, und auch eine Schwulengemeinde in dieser mittelgroßen Stadt, etwa so groß wie Mannheim.

Und hierhin kommt der Protagonist zurück, für einen kurzen Urlaub wie es heißt.

Natürlich macht das in so einer kleinen Stadt, und einer noch kleineren Community, die Runde, und Freunde tauchen auf. Freunde von früher, Freunde, die ihn gut kennen.

Und die wissen auch womit er zu locken ist. Denn der Hit der Szene tritt exklusiv an diesem Jahreswechsel mal wieder auf.

Und dieser Auftritt ist der Hit. Bunt und schillernd, mit vielen falschen Tönen, aber immer mit echten Gefühlen. Und die Männer stehen drauf. Es geht die Post ab. Genau das, was der neue Treffpunkt braucht um etabliert zu werden. Und der Film lässt sich richtig Zeit diese paar Stunden zu zelebrieren.

Denn das böse Erwachen kommt noch. Der Star dieser Nacht ist wenige Tage später verschwunden.

Und es dauert einige Zeit bis der Neuankömmling die Spur findet. Denn jetzt beginnt eigentlich erst das Hauptthema des Films. Dieser Star hat sich nämlich, mit einigen Freunden, auf eine kleine Hazienda verkrochen. Denn alle von denen haben diese neue Krankheit. Erkennbar an Hautausschlägen, die immer häufiger auftreten, immer größer werden.

Eine Krankheit, die in Brasilien praktisch nicht bekannt ist, nur ganz vereinzelt Infos, hauptsächlich aus den USA, rüberschwappen. Und der Name muss auch nicht genannt werden, und wird bis vor Schluss auch nicht genannt. Jeder Zuschauer weiß, was gemeint ist.

Was man sieht ist der Lebenswille dieser Menschen, wie die sich an jede einzelne Hoffnung klammern, einfach Leben wollen.

Und das macht den Film so stark. Denn diese Menschen werden nicht vorgeführt. Nicht präsentiert. Diese werden einfach als Menschen gezeigt, was sie ja auch sind. Menschen die Leben wollen, und Lieben. Und nicht jeden Morgen nachmessen wollen, ob der neue Fleck jetzt schon wieder größer geworden ist.

Und deshalb hat der Film auf dem Filmfestival Mannheim-Heidelberg auch den Student Award bekommen. Wo sich der Regisseur noch wunderte, ob er jetzt wieder jung ist. Aber was er wohl gesagt hat, als er in MA-HD auch noch den Publikumspreis erhalten hat?

Von mir bekommt er jedenfalls fünf meiner sieben Hüte, ist also ein „sehr guter Film, sollte man gucken“. Und zwar auch dann, wenn man mit dem Thema eigentlich keine Berührungspunkte hat.

Technisches:

Originaltiel: Os Primeiros Soldados

Regie: Rodrigo de Oliveira Andere Filme: Todos os Paulos do Mundo (2017), Teobaldo Morto, Romeu Exilado (2015), As Horas Vulgares (2011)

Buch: Rodrigo de Oliveira Andere Filme: Todos os Paulos do Mundo (2017), Teobaldo Morto, Romeu Exilado (2015), As Horas Vulgares (2011)

Darsteller:

  • Johnny Massaro (als Suzano) Andere Filme: O Auto da Boa Mentira (2021), Todas as Razões para Esquecer (2018), O Filme da Minha Vida (2017)
  • Victor Camilo (als Humberto) Andere Filme: El bosque negro (2018)
  • Renata Carvalho (als Rose) Andere Filme: Vento Seco (2020), Toda Forma de Amor (2019), Pico da Neblina (2019)

Laufzeit: 107 Minuten
Genre: Drama

IMDB: imdb

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Über reinhard

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