Il buco

Filmkritik zu:

Il buco

von Reinhard

gesehen auf dem Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg 2021

 

Über den Film:

Es ist eine Begegnung zweier Welten. Fast ein Kampf um die Deutungshoheit der Welt. Denn um nichts weniger geht es hier.

Wir sind in den 60ern. Irgendwo in Italien. Und die eine Welt wird repräsentiert durch den alten Hirten, der jeden Tag mit seinen Tieren rausgeht. Um für diese irgendwas zum Fressen zu findet. Und vermutlich hatte es schon sein Vater und sein Großvater genauso gemacht. Und er es von diesen gelernt. Eine Welt, in der die Zeit stehen geblieben ist, wie es scheint.

Die andere Welt kommt gerade mit dem Zug am nächstgelegenen Bahnhof an. Eine Horde von Menschen. Zumeist jung, aber nicht nur. Zumeist männlich, aber nicht nur.

Und nachdem diese genügend Unruhe im Dorf angerichtet hatten, ziehen diese weiter zum eigentlichen Ziel. Denn da gibt es dieses Loch im Boden. Den Einheimischen vermutlich schon seit Generationen bekannt. Zumindest gut genug, dass man sich davon fernhält.

Aber jetzt ist eben das zum Ziel der Wissenschaft geworden. Es sind offensichtlich Geologen, die diese Spalte im Boden untersuchen wollen. Also wird, nicht weit entfernt, ein Lager aufgeschlagen. Erste Besichtigungen finden statt. Erste Abstiege, um zu sehen ob sich der ganze Aufwand überhaupt lohnt.

Der Aufwand lohnt sich. Es geht tief hinab. Richtig tief. Und als man den Boden der Spalte erreicht, ist noch längst nicht Schluss. Es gibt Abzweigungen in alle möglichen Richtungen. Auch ein unterirdischer See gilt es zu überbrücken. Und während das alles passiert, schaut der Hirte von seiner erhöhen Position zu, was den jungen Leuten da wieder eingefallen ist.

Aber was den Film so besonders macht, ist das es keine Dialoge gibt. Es gibt natürlich Geräusche aller Art. Und Musik, obwohl, gibt es Musik in dem Film? Man hört die Geologen auch vereinzelt reden, sich Kommandos zurufen. Aber es gibt eben keine Gespräche. Nichts wird verbal erklärt, alles durch die Bilder, die Handlung.

Und so entsteht ein eigener Rhythmus. Einer, der den Film trägt. Einer, der besser ist als bei der 97-zigste Doku von Terra-X (auch wenn die schon super sind). Einer, der bewegt, obwohl vordergründig nicht viel passiert. Aber eben doch nicht weniger ist als eine ganz neue Sicht der Welt. Eine, bei der man ein Metermaß braucht um den Weg zu bestimmen.

Der Film hat, völlig zu Recht, auf dem Filmfestival Mannheim-Heidelberg 2021 den Internationalen Newcomer Award bekomme. Den wichtigsten und höchst dotierten Preis von MA-HD.

Ich hab kein Geld zu vergeben, aber zumindest Hüte.

Und er bekommt von mir sechs meiner sieben Hüte, ist also ein „Spitzen Film, muss man gucken“. Vielleicht kommt der ja mal bei Terra-X 🙂

Technisches:

Regie: Michelangelo Frammartino Andere Filme: Alberi (2013), Vier Leben (2010), Il dono (2003)

Buch:

Darsteller:

Kamera: Renato Berta Andere Filme: The Salt of Tears (2020), Liebhaber für einen Tag (2017), Im Schatten der Frauen (2015)

Laufzeit: 93 Minuten
Genre: Drama

IMDB: imdb

Wikipedia: wiki

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Über reinhard

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