Verfehlung

Filmkritik zu:

Verfehlung

von Reinhard

 

Über den Film:

Die Welt ist böse. Und kaum einer weiß das besser als Jakob (Sebastian Blomberg). Aber er hat seinen Glauben. Denn er ist katholischer Priester und Arbeit als Seelsorger in einem Gefängnis.

Und außerdem hat er seine Freunde, Bruder im Herrn und ebenfalls Priester, mit denen er regelmäßig Fußball spielt und auch mal einen trinken geht.

Aber diese Welt bekommt ein Riss,

als die Polizei auftaucht. Es gibt gegen einen aus dem Trio Vorwürfe, schwerwiegende Vorwürfe. Und so wird sein Kollege und Freund Dominik (Kai Schumann) praktisch aus der Messe heraus verhaftet.

Es geht um Missbrauch. Gerade Dominik, der sich so in der Jugendarbeit engagiert, gerade bei Jungen, die sonst kaum eine Chance haben. Oder gerade er?

Die Hinweise verdichten sich. Und zeitgleich kommt die Maschinerie der katholischen Kirche in Gange. Die Gemeinde muss beruhigt werden, die Öffentlichkeit möglichst außen vor bleiben.

Während dessen landet tatsächlich Dominik in dem Gefängnis, in dem Jakob arbeitet. Und es geschieht das Unglaubliche, er gesteht, in einem vier Augen Gespräch, die Tat. Er verharmlost und relativiert, aber der eigentliche Satz ist gefallen.

Jakob ist geschockt und weiß erst nicht, wie er damit umgehen soll. Sein Vorgesetzter und auch der Dritte aus dem Trio sind keine Hilfe. Diese versuchen nur den Schaden für die Kirche klein zu halten. Und dabei gibt es Hinweise, dass dies nicht der einzige Fall war.

Aber wie geht man mit einem Menschen um, den man seit 15 Jahren kennt, zu kennen glaubt. Und der sich eines der schlimmsten Verbrechen schuldig macht, dass unsere Gesellschaft kennt?

Wie begegnet man so jemanden, als Mensch und als Christ? Die Sprüche, deren sich Jakob für die sonstigen Gefangenen bedient, funktionieren plötzlich nicht mehr. Kann man so was verstehen, ernsthaft vergeben?

Der Film ist grandios, weil er genau diese zeigt. Glaubwürdig und überzeugend. Das Verhalten der Kirche ist dagegen eher als Abziehbild dargestellt. Oder besser gesagt so, wie man es aus der Zeitung kennt.

Aber ein Priester, der deftige Worte benutzt, trinkt, und gleichzeitig einem anderen gefangenen Trost spendet, und es auch glaubt. Obwohl dieser noch in der Nacht davor den Pädophilen „aufgemischt“ hat.

Priester, die ihren Glauben ernst nehmen und plötzlich an persönliche Grenzen stoßen. Und das nicht einfach mit nem Bibelspruch wegwischen.

Und der Film findet die Bilder und, vor allem, die Worte um das Dilemma auf dramatische Weise dem Zuschauer vor Augen zu führen. Daher hat dieser Film, absolut zu Recht, den Drehbuchpreis von Ludwigshafen erhalten. Auch wenn es an dem einen oder anderen Punkt hapert. Doch speziell die beiden Schauspieler sind erwähnenswert.

Daher ist dieser Film, auch wenn er keine leichte Kost ist, superspannend. Sehenswert für alle, die gute Filme mögen.

Technisches:

Regie:
Gerd Schneider Andere Filme: Der Diener (2013), Nicht lustig (2010), Am Rand der Hoffnung (2006)

Buch:
Gerd Schneider Andere Filme: Der Diener (2013), Schloss Einstein (2004)

Schauspieler:

  • Sebastian Blomberg (als Jakob) Andere Filme: Alles auf Zucker! (2004), Der Baader Meinhof Komplex (2008), Zeit der Kannibalen (2014)
  • Kai Schumann (als Dominik) Andere Filme: Küss dich reich (2010), Doctor’s Diary (2008-2011), Ricky – normal war gestern (2013)
  • Jan Messutat (als Oliver) Andere Filme: Ein fliehendes Pferd (2007), Hin und weg (2014), Agnieszka (2014)

Kamera: Pascal Schmit Andere Filme: Zeit der Kannibalen (2014), Friedliche Zeiten (2008), Urlaub vom Leben (2005)

Musik: John Gürtler Andere Filme: Backpack (2014), Zerrumpelt Herz (2014), Kampf der Königinnen (2011)

Verleih: Camino Filmverleih

Laufzeit: 95 Minuten
Genre: Drama
TV Ausstrahlung: 26. März 2015
Wikipedia: wiki
IMDB: imdb

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Über reinhard

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