Leto

Filmkritik zu:

Leto

von Reinhard

 

Über den Film:

Wir sind in Russland. D. h. eigentlich in der Sowjetunion. Denn die Perestroika ist noch in weiter Ferne.

Aber auch hier gibt es junge Menschen. Und über einige davon handelt der Film. Spezielle Menschen, Musiker.

Und die haben es nicht leicht unter Breschnew. Dennoch schaffen einige den Spagat zwischen der Verbeugung vor dem System und dem ungebrochenen Rückgrat. Einer davon ist Meik (Roman Bilyk). Ein kleiner Held, gern gesehen im Rockklub, denn seine Konzerte sind beliebt und immer ausverkauft. Und dennoch mit authentischen Texten, die den Zuhörern gefallen.

Auch wenn solche Konzerte immer unter Beobachtung stattfinden. Emotionen werden nicht gerne gesehen, Plakate schon gar nicht.

Dann taucht ein Neuer auf. Viktor (Teo Yoo), asiatisches Aussehen, gut an der Gitarre, und noch besser wenn es gilt die Worte zu finden. Im Grunde ist das seine eigentliche Begabung.

So beginnt eine Männerfreundschaft, die nicht viele Worte braucht. Und es gibt natürlich eine Frau. Maiks Frau, die ein Auge auf Viktor geworfen hat.

Das ist eigentlich schon die Geschichte in diesem schwarz/weiß Film. Aber das tragende Element ist ohnehin die Musik. Vorgetragen von den Schauspielern, untertitelt auf Deutsch. Und die Texte sind gut.

Manchmal aber werden auch Klassiker aus dem Westen zum Besten gegeben. Und dann wird der Film fast surreal. Denn dann beendet die Nachbarin im Bus plötzlich den Refrain, oder es macht gleich der ganze Bus mit. Abgefahren.

Dazu sind diese Sequenzen plötzlich animiert, oder sagen wir lieber verfremdet. Wie direkt aus einem Musikvideo. Das es damals, wenige Jahre vor MTV, noch gar nicht gab.

Aber der Film ist ja von heute, und bedient den heutigen Geschmack. Und das macht er gekonnt. Leider geht darüber die Geschichte etwas verloren. Auch wenn glaubhaft gezeigt wird, mit welchen Problemen damals gekämpft werden musst.

Aber eine Entwicklung der Personen, und die Gründe für solch eine Entwicklung, sieht man kaum. Das ist schade, potenzial wäre sicherlich da gewesen.

Dennoch macht die einmalige Optik und die gute Musik das wieder wett.

Daher bekommt der Film von mir, knapp, fünf von sechs Hüten.

Technisches:

Regie: Kirill Serebrennikov Andere Filme: Der die Zeichen liest (2016), Izobrazhaya zhertvu (2006), Ragin (2004)

Buch:

  • Mikhail Idov Andere Filme: The Optimists (2017), Londongrad (2015), Dukhless 2 (2015)
  • Lili Idova Andere Filme: The Optimists (2017), Londongrad (2015)
  • Ivan Kapitonov Andere Filme: Neulovimye: Jackpot (2016), Marshrut postroen (2016), Neulovimye: Posledniy geroy (2015)
  • Natalya Naumenko Andere Filme: –
  • Kirill Serebrennikov Andere Filme: Der die Zeichen liest (2016), Izmena (2012), Razdetyye (1998)

Schauspieler:

  • Teo Yoo (als Viktor Tsoy) Andere Filme: Bitcoin Heist (2016), Equals – Euch gehört die Zukunft (2015), Day Night Day Night (2006)
  • Roman Bilyk (als Mayk Vassilievitch Naumenko) Andere Filme: –
  • Irina Starshenbaum (als Natalia Vassilievana ‘Natasha’ Naumenko) Andere Filme: Immer, wenn du bei mir bist (2018), Attraction (2017), Krysha mira (2015)

Kamera: Vladislav Opelyants Andere Filme: Hostages (2017), Der die Zeichen liest (2016), Voin (2015)

Musik: Roman Bilyk Andere Filme: –

Verleih: Weltkino Filmverleih

FSK: 12
Laufzeit: 126 Minuten
Genre: Biografie, Musik
Start: 8 November 2018


IMDB: imdb
Wikipedia: wiki

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Über reinhard

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