Pure Land

Filmkritik zu:

Pure Land

von Reinhard

 

Über den Film:

China hat eine Ein-Kind-Politik. Das wissen wir Westler, aber sonst fast nichts.

Dieser chinesische Film hat genau das im Fokus. Eine Frau hat schon zwei Kinder, also jetzt schon zu viele. Und nun ist ein Drittes unterwegs. Der Mann ist zur Arbeit in irgend einer weit entfernten Stadt, wie es wohl bei vielen Chinesen ist. Jedenfalls ist er nicht greifbar.

Die Behörden erfahren davon, und erscheinen in Komplettbesetzung in dem kleinen Haus. Sie soll Strafe zahlen. 40000 Yuan. Das ist ein Jahresgehalt, wie mir die Filmemacher nach der Vorführung erklärten. Also eine utopische Summe. Für eine Familie wie hier, wo der einzige Ernährer ein Wanderarbeiter ist, niemals zu stemmen. Und auch der Wert des Hauses und des Esels würden das nur zum Teil abdecken.

Die einzige Alternative ist eine Abtreibung. Doch die Frau ist gläubige Buddhistin. Und Abtreibung, ein Kind, selbst einen Embryo zu töten. Dafür kommt man in die buddhistische Hölle, wo man von Dämonen gequält wird. Wie man in den farbenfrohen Zeichnungen der entsprechenden Bücher sehen kann. Also geht das nicht. Oder doch? Welche Alternative hat sie denn?

Zumal, nach zwei Mädchen, hier die Chance auf einen Stammhalter besteht. Und das ist viel wert in China. Mehr als uns hier klar ist.

Doch bei einer Ultraschalluntersuchung kommt heraus das es ein Mädchen ist das sie in ihrem Bauch trägt. Also was jetzt tun? Zumal von dem Mann immer noch nichts zu sehen ist.

Dabei hält der Film die Balance zwischen Sozialdrama, auch Sozialkritik, und einem Aufzeigen der Religiosität die hier das Leben bestimmt. Es wird nichts schön geredet, aber auch nicht verkitscht. Die Probleme, die Sorgen werden einfach gezeigt wie sie sind. Und es werden Bilder dazu gefunden. Etwa wenn die Beamten mit dem Fernseher in der Hand das Haus verlassen, quasi die erste Anzahlung schon mitgenommen haben. Oder der Esel mit einer Peitsche gezwungen werden muss die gewohnte Umgebung zu verlassen.

Und auch als das das Unglück passiert (über das ich nichts spoilern will), ist der Film nicht zu Ende. Endlich taucht der Mann auf. Kümmert sich rührend um die Kinder. Es fällt kein Wort des Vorwurfs. Und auch hier sind es die Rituale ihres Glaubens, die Stütze bieten.

Dieser eindringliche, dichte, aber auch nicht immer leichte Film hat mich durch und durch überzeugt.
Daher bekommt er sechs von sechs Hüten.

Technisches:

Originaltiel: Nous sommes les autres

Regie: Zhenyu Sun Andere Filme: –

Buch: Zhenyu Sun Andere Filme: –



Genre: Drama
Start: noch unbekannt

IMDB: imdb

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Über reinhard

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