Was uns nicht umbringt

Filmkritik zu:

Was uns nicht umbringt

von Reinhard

gesehen auf dem Festival des Deutschen Films in Ludwigshafen 2019

 

Über den Film:

Jeder sitzt da mal, auf der Couch des Psychologen Max. Am allerliebsten seine Ex, und jammert über die gemeinsamen Töchter. Aber auch die Frau, deren Freund umgekommen ist und das offensichtlich nicht verkraften kann. Und deshalb zu einem Bestattungsunternehmer geht, um das eigene Ablehnen zu planen. Das Bestatterpärchen, Bruder und Schwester, sitzen auch auf der Couch. Jeder Sitz auf der Couch, nur nicht der Hund, und der hätte es wohl am nötigsten. Einen derart mürrischen und phlegmatischen Hund sieht man selten im deutschen Fernsehen. Und das dieser lieber dem neuen Patienten folgt als seinem Herrchen, das passt einfach.

Ja, jeder sitzt auf der Couch in diesem Episodenfilm. In dem die sich die Lebenslinien der Protagonisten kreuzen. In dem man sich trifft und wieder auseinandergeht. Und das alles ineinander verwoben ist. Oft ohne das die Leute das selbst wahrnehmen.

Er ist auch witzig, auf die schräge Art. Etwa wenn der Tierpfleger der Kollegin die passenden Schuhe zum Bowling hinstellt, weil er schon ahnt, dass diese die dortigen Schuhe nicht anziehen will.

Und auch traurig, wenn der Mann auf der Intensivstation seines Freundes steht, und von dessen Mutter hinausgeschmissen wird, weil diese nicht ertragen kann, dass ihr Sohn ein schwules Verhältnis hatte.

Und es kommen noch andere Geschichten, die ich hier nicht erzählen kann und will.

Und immer wieder die Musik. Geniale Musik. Klug eingesetzt und wunderbar in die Handlung integriert. Ein Genuss.

Aber ich habe auch Kritikpunkte. Speziell ist der Film (mir) zu lange. Statt der über zwei Stunden hätten es auch 20 oder 30 Minuten weniger getan. Manche Geschichten hätten dann vielleicht keinen Abschluss gehabt. Aber dieses sind Geschichten aus dem Leben. Und jedes Ende ist doch nur der Anfang einer neuen Geschichte.

Trotzdem ist der Film unbedingt sehenswert und bekommt von mir fünf Hüte.

Regie: Sandra Nettelbeck Andere Filme: Mr. Morgans letzte Liebe (2013), Helen (2009), Bella Martha (2001)

Buch: Sandra Nettelbeck Andere Filme: Ich bin dann mal weg (2015), Helen (2009), Bella Martha (2001)

Schauspieler:

  • August Zirner (als Max) Andere Filme: Euphoria (2017), Colonia Dignidad – Es gibt kein Zurück (2015), Die Fälscher (2007)
  • Mark Waschke (als Ben) Andere Filme: Aus nächster Distanz (2017), Anleitung zum Unglücklichsein (2012), Buddenbrooks (2008)
  • Barbara Auer (als Loretta) Andere Filme: Transit (2018), Jonathan (2016), Yella (2007)
  • Deborah Kaufmann (als Isabelle) Andere Filme: Ava (2017), Familienfieber (2014),Sushi in Suhl (2012)
  • Christian Berkel (als Mark) Andere Filme: Codename U.N.C.L.E. (2015), Inglourious Basterds (2009), Der Untergang (2004)

Kamera: Michael Bertl Andere Filme: Wintertochter (2011), Helen (2009), Bella Martha (2001)

Musik: Volker Bertelmann Andere Filme: Die Farbe des Horizonts (2018), Lion: Der lange Weg nach Hause (2016), Höhere Gewalt (2008)

Verleih: Alamode Film

FSK: 6
Laufzeit: 129 Minuten
Genre: Drama, Komödie
Start: 15 November 2018

Homepage: Homepage
IMDB: imdb

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Über reinhard

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