Der nackte König – 18 Fragmente über Revolution

Filmkritik zu:

Der nackte König – 18 Fragmente über Revolution

von Reinhard

 

Über den Film:

gesehen auf den Solothurner Filmtagen 2020

„… über Revolution“ heißt es im Titel. Und das ist wörtlich zu nehmen.

Genauer gesagt geht es um zwei Revolutionen. Beide sind vor rund 40 Jahren passiert. Beide kenne ich, weil ich damals schon alt genug war, um diese bewusst wahrzunehmen.

Es geht um Polen, mit Solidarność und Lech Wałęsa. Und die iranische Revolution gegen den Schah, mit Ajatollah Chomeini. Und es sind ja beides Revolutionen, die bis heute nachwirken.

Der Streik in den Danziger Werften. Ebenso wie die Menschenmassen, die in Teheran es auf die Straße gingen.

Das Verbindungsglied ist ein Reporter, kein Freund der Mächtigen, der von Warschau aus in die Hauptstadt des Irans geschickt wird. Bevor sich dort was tut. Daher das Land und die Leute noch unbeeinflusst kennenlernt.

So wird in diesen „… 18 Fragmenten …“ uns beides gezeigt. In kunstvoll verwobenen Fragmenten, man könnte auch sagen Miniaturen, wird der Osten und der Ferne Osten porträtiert. Und damit auch die Grundlage für das heutige Weltgebilde aufgezeigt.

Und doch, und doch wäre der Film nur halb so gut, wenn nicht Bruno Ganz die Texte gesprochen hätte, den Erzähler, den man nie sieht. Vielleicht nicht seine letzte Arbeit, aber für mich, seit heute, seine Beste. Von seinem, nennen wir es mal, Spätwerk. Besser als „The Party“ oder „In Zeiten des abnehmenden Lichts“. Nicht etwa, weil man ihn hier nicht sieht, dass er ein klasse Schauspieler war, hat er oft genug bewiesen.

Sondern weil hier seine Stimme, die Texte, das Bild das gezeichnet wird. Es passt einfach alles zusammen. Und das Lob geht direkt an den Regisseur und dem Produzenten.

Und so erfährt man, so ganz nebenbei, einiges ober diese zwei Gesellschaften. Historische Begebenheiten, die ich längst vergessen hatte, vielleicht auch nie wusste. Egal.

Kalt lässt einen das jedenfalls nicht.

Und wenn dann der Engel aus Himmel über Berlin dazu den Bogen spannt, die Fragmente zusammen hält. Dann entwickelt sich ein Verständnis der Welt die nicht an diesen Jahren, an dieser Generation aufhört.

Ich kann diese Dokumentation uneingeschränkt empfehlen.

Daher vergebe ich fünf meiner sieben Hüte. Er kommt also in die Kategorie „… sollte man gucken“

 

Technisches:

Regie: Andreas Hoessli Andere Filme: Wall Street: A Wondering Trip (2004), Nachrichten aus dem Untergrund (1997), Nachforschungen über Jacobo Arbenz Guzman (1995)

Buch: Andreas Hoessli Andere Filme: Wall Street: A Wondering Trip (2004), Nachrichten aus dem Untergrund (1997), Nachforschungen über Jacobo Arbenz Guzman (1995)

Schauspieler:

  • Negar Tahsili (als sie selbst) Andere Filme: –
  • Parviz Rafie (als er selbst) Andere Filme: Wages of Fear (1992)
  • Massoumeh Ebtekar (als sie selbst) Andere Filme: Die Welt der Wunderlichs (2016), Tell (2007), Undercover (2005)
  • Bruno Ganz (als Sprecher) Andere Filme: Nachtzug nach Lissabon (2013), Der Baader Meinhof Komplex (2008), Der Untergang (2004)

Kamera: Peter Zwierko Andere Filme: –

Schnitt: Lena Rem Andere Filme: Der Jungfrauenwahn (2015), Die Moskauer Prozesse (2014), Die Haushaltshilfe (2010)

Verleih: Vinca Film

Laufzeit: 108 Minuten
Genre: Dokumentation

Homepage: Homepage

IMDB: imdb

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Über reinhard

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