Hotel

Filmkritik zu:

Hotel

von Reinhard

gesehen auf dem „Internationalen Filmfestival Mannheim Heidelberg 2014“

 

Über den Film:

Ausgebrannt und Leer. So geht es gerade Erika. Sie hat eine schlimme, traumatisierende Erfahrung hinter sich. Etwas das sie aus der Bahn geworfen hat, dem sie sich aber noch nicht stellen kann.

Ihr Mann, sehr liebevoll und hilfsbereit aber ebenfalls überfordert, bringt sie in eine Gruppe mehrerer Leuten, von denen jeder seine eigene Probleme mit sich rumträgt. Nur bekommt Erika nicht den Mund auf.

Am liebsten wäre sie jemand anders. Einmal Urlaub von sich selbst machen. Und irgendwann sagt jemand anderes in der Gruppe genau so was. Erika findet sich wieder, und kommt doch nicht zu Wort, weil die Diskussion schon wieder weiter ist. Erst als sich die Gruppe kurz darauf auflöst, spricht sie es noch kurz an. Die Hälfte der Leute ist schon weg, aber der Rest hört interessiert zu.

Und kurz entschlossen machen die genau das. Erika, offensichtlich mit genügend Geld, lädt alle andere ein. Der Mann ist eh über das Wochenende weg. Und so finden sich die fünf Leute kurz darauf in der Lobby eines Hotels wieder, wo sie sich einchecken.

Im Konferenzraum wird dann die Therapie weitergeführt. Jeder erzählt von seinen Träumen und Ängsten. Und es bleibt nicht nur beim Erzählen. Es gibt auch praktische Übungen. Und dabei entstehen skurrile Situationen. Und das die nicht-so-ganz-hübsche am Pool den Laufsteg macht und von den Anderen abgefeuert wird, ist dabei noch das harmloseste.

Aber natürlich lässt sich die Realität nicht aussperren.

Der ganze Film ist ein Experiment, nicht vom Filmischen, da ist er professionell. Sondern vom Thema. Innenansichten von Leuten denen man so etwas wie ein Innen nicht zugesteht, und das auch gar nicht interessiert. Aber es ist da. Und dir Wünsche sind mindestens so reichhaltig wie bei jedem anderen. Nur weil die nicht so einfach artikuliert werden können macht es diese nicht Wertloser.

Und so entsteht eine Geschichte, die sich von einer schrägen Situation zur nächsten Offenbarung führt, aber ohne diese Menschen vorzuführen. Vielleicht mit Augenzwinkern, aber immer mit Respekt. Und daher ist er wertvoll.
Und außerdem macht es einfach Spaß ihn zu sehen.

Technisches:

Originaltitel: Hotell
Regie: Lisa Langseth Andere Filme: Die innere Schönheit des Universums (2009), Godkänd (2006)
Buch: Lisa Langseth Andere Filme: Die innere Schönheit des Universums (2009), Godkänd (2006)
Darsteller:

  • Alicia Vikander (als Erika) Andere Filme: Inside WikiLeaks – Die fünfte Gewalt (2013), Die Königin und der Leibarzt (2012), Die innere Schönheit des Universums (2009)
  • David Dencik (als Rikard) Andere Filme: Die Königin und der Leibarzt (2011), Dame, König, As, Spion (2011), Millennium (2010)
  • Anna Bjelkerud (als Pernilla) Andere Filme: Call Girl (2012), Die Rache des Tanzlehrers (2004), Rena rama Rolf (1998)

Kamera: Simon Pramsten Andere Filme: Cockpit (2012), Sebbe (2010), Die innere Schönheit des Universums (2009)
Musik:
Elin Pröjts Andere Filme: Det grå guld (2013), Der große Bär (2011), Mor byttes (2010)
Laufzeit: 97 Minuten
Genre: Drama
Kinostart: Noch keiner für Deutschland
Wikipedia: wiki (engl.)
IMDB: imdb

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Über reinhard

Ich bin der, der diesen Blog betreibt.
Dieser Eintrag wurde in 2014, IffMaHd, IffMaHd-2014 veröffentlich. Erstelle ein Lesezeichen vom Permanentlink.

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