Brother

Filmkritik zu:

Brother

von Reinhard

 

Über den Film:

Zwei Brüder. Wer kann sich mehr Lieben als zwei Brüder. Oder hassen, wie hier. Das der eine Bruder schon lange tot ist, ändert nichts daran.

Und dann kommt Post. Eine Liebeserklärung. Eine Verflossene von vor 20 Jahren, deren Mann gerade gestorben ist und die sich an die alte Liebelei erinnert hat, diese wieder aufleben will. Zudem hat die Gute wohl Geld. Richtig viel Geld. Dummerweise ist die Nachricht für den falschen Bruder.

Die zündende Idee hat der Nachbar, Freund und Untermieter. Der Bart muss ab, aus Mark wird Michel. Aus dem gescheiterten Restaurantbesitzer wird der Frauenheld. Natürlich muss das geübt werden, und Ronnie, der Nachbar, stellt sich uneigennützig zur Verfügung. Wofür dann einige Monatsmieten erlassen werden. Und der tote Bruder schaut zu, sichtbar nur für den Lebenden – und die Zuschauer -, ist aber präsent. Und die beiden reden auch miteinander.

Dann geht es zur Heimstätte der Angebeteten nach Irland. Der Flug wird natürlich bezahlt und auch andere Auslagen. Und irgendwie kommt auch Ronnie mit. Das war eigentlich nicht abgesprochen. Aber so kann er vielleicht verhindern das sich Mark verplappert. Und die Gefahr besteht, das sieht Mark auch ein.

Auf dem Flughafen in Irland kommt es dann fast zu einem Unglück, Mark wird beinahe überfahren. Aber es passiert nichts weiter, nur der Koffer von Ronnie wird, samt Inhalt, zerlegt. Der hat jetzt erst mal nur die Kleider, die er am Leib trägt. Trotzdem ist jeder froh, das nichts Schlimmeres passiert ist. D. h. Ronnie jammert natürlich. Er ist der Typ dazu. Und er jammert noch, als die beiden vom Chauffeur von Grace zum Schloss gefahren werden. Allerdings ist dieser ein seltsamer, undurchsichtiger Typ.

Die Gäste werden im Gästehaus abgeladen. Und kurz darauf kommt es fast zum nächsten Unglück. Glücklicherweise passiert nichts Schlimmeres. Nur Ronnie hat wieder was zum Jammern.

Aber später geht es dann zum Abendessen. Dem ersten Zusammentreffen der ehemals Liebenden. Und es läuft auch ganz gut. Grace merkt nicht das sie einem Hochstapler aufsitzt. Auch weil Ronnie gerade noch einschreiten kann als das Gespräch zu persönlich wird. Bevor Fragen gestellt werden, die der falsche Bruder nicht beantworten kann. Alles in allem ein erfolgreicher Abend.

Aber natürlich ist nicht alles so, wie es auf dem ersten Blick aussieht. Irgendwas stimmt nicht. Das zumindest bekommt Ronnie raus, während Mark dabei ist über beide Ohren zu verlieben. Und der tote Bruder ist auch keine Hilfe.

Somit sind also die Figuren aufgestellt, die Absichten, zumindest der beiden Belgier, sind klar. Aber welches Spiel Grace und ihr Chauffeur spielen, wird sich erst im Laufe der Zeit herausstellen. Und jeder der Beteiligten muss das ganz persönliche Entscheidungen treffen, was ihm wichtig ist.

Der Regisseur Enthoven hat es mal wieder geschafft eine, am Anfang einfache Geschichte, immer komplizierter zu machen ohne das es zu einem Bruch kommt. Und das Ganze mit schönem schwarzem Humor garniert. Und damit sind gar nicht mal die Slapstickeinlagen von Ronnie gemeint. Es ist eher das Ganze Szenario. Und wie Enthoven schon in seinem letzten Film Halfweg zeigte, hat das Genre der Geisterfilme noch viel unausgeschöpftes Potenzial.

So wird man hier mit einer intelligenten Geschichte vorzüglich unterhalten.

Technisches:

Originaltitel: Broer

Regie:
Geoffrey Enthoven Andere Filme: Halfweg (2014), Hasta la Vista – Pflücke das Leben! (2011), Happy Together (2008)

Buch:
Pierre De Clercq Andere Filme: Halfweg (2014), Hasta la Vista – Pflücke das Leben! (2011), Man zkt vrouw (2011)

Schauspieler:

  • Koen De Bouw (als Mark) Andere Filme: Los Flamencos (2013), Brasserie Romantiek – Das Valentins-Menü (2012), Das Recht auf Rache – Im Fadenkreuz des Clans (2009)
  • Titus De Voogdt (als Ronnie) Andere Filme: Camp Evil (2014), 22. Mai (2010), Nowhere Man (2008)
  • Koen De Graeve (als Michel) Andere Filme: Halfweg (2014), Tot altijd (2012), Die Beschissenheit der Dinge (2009)
  • Udo Kier (als Frank Solek, der Chauffeur) Andere Filme: Nymphomaniac: Vol. II (2013), Iron Sky (2012), Melancholia (2011)

Kamera: Gerd Schelfhout Andere Filme: Halfweg (2014), Hasta la Vista – Pflücke das Leben! (2011), Frits en Freddy (2010)

Musik: Steve Willaert Andere Filme: Wat Mannen Willen (2015), Brabançonne (2014), De president (2011)

Verleih: Fobic Films

FSK: – noch nicht bekannt –
Laufzeit: 115 Minuten
Genre: Drama
Kinostart: – noch nicht bekannt –
IMDB: imdb

Über reinhard

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