Florence Foster Jenkins

Filmkritik zu:

Florence Foster Jenkins

von Reinhard

 

Über den Film:

Es gab sie wirklich, die „schlechteste Sängerin der Welt“, Florence Foster Jenkins, wie es in dem Film einmal heißt, grandios verkörpert von Meryl Streep. Und ihrem jugendlicher „Ehemann“, gespielt von Hugh Grant. Und er liebt sich wirklich,

nicht nur wegen des Geldes, auch wenn das nicht unwichtig ist. Aber diese Liebe wird klar, als er am Anfang des Films eine fast schon intime Handlung vornimmt. In aller Zärtlichkeit.

Dabei ist die Dramatik gut aufgebaut. Denn obwohl man die Operndiva schon wenige Sekunden nach dem Filmstart auf der Bühne sehen. In einer, nennen wir es mal, Aufmachung, die klar die Richtung des Films vorgibt. Trotzdem dauert es eine ganze Weile, bis man die Dame singen hört. Und durch die Augen des neu angestellten Pianisten (Simon Helberg) sieht sich jeder Zuschauer selbst. Denn was auch immer man über den Film und Madam Jenkins gehört hat, es wird übertroffen. Oder sagen wir besser untertroffen.

Auch wenn ich den Film nur in der deutschen Synchronisation gesehen habe, ist es doch bemerkenswert, wie überzeugend die Gesangsparts transportiert wurden.

Die Geschichte ist dabei recht einfach: Schrullige, Musik verliebte Dame glaubt, selbst zum Singen geboren zu sein. Und liegt damit falsch. So unglaublich falsch. Wer auf dieser Ebene den Film sieht, wird sehr gut unterhalten, er sieht ein Meryl Streep die an Drähten (seinen wir ehrlich, es sind wohl eher Stahlseilen) durch eine Bühne schwebt und einen Engel mimt.

Aber dann verschenkt man etwas. Denn der Film hat Tiefe. Die schon angesprochene Szene vom Anfang führen in die richtige Richtung. Es geht um Liebe. Liebe zu einer Frau, die viel zu alt für einen ist. Liebe zur Musik, die einem immer wieder entgleitet. Auch wenn nicht klar ist, ob sich Madam Jenkins diese Umstands bewusst ist. Selbst der Klavierspieler liebt diese Frau, die so voller Inbrunst so furchtbar schlecht irgendwelche Arien schmettert.

Manch andere wollen lieber nicht in der Öffentlichkeit mit Ihr gesehen werden. Aber darüber schweigen wir jetzt. Alle anderen bilden einen Schutzwall. Etwas um die Jenkins von der bösen Welt schützen soll. Das klappt natürlich nur eingeschränkt und schon sind wir im Slapstick angelangt. Aber er rutscht nicht ab.

Sicherlich nicht unschuldig ist der Regisseur Stephen Frears. Und das der ein Herz für die etwas schrägeren Töne hat, ist nicht erst seit Hi-Lo Country bekannt.

Jedenfalls ist ihm mit Florence Foster Jenkins ein kleines Meisterwerk geworden.

Technisches:

Regie: Stephen Frears Andere Filme: Philomena: Eine Mutter sucht ihren Sohn (2013), Die Queen (2006), Mein wunderbarer Waschsalon (1985)

Buch: Nicholas Martin Andere Filme: Inspector Barnaby (TV) (2009-2011), The Bill (TV) (2007), Big Bad World (TV) (1999-2001)

Schauspieler:

  • Meryl Streep (als Florence Foster Jenkins) Andere Filme: Die Eiserne Lady (2011), Der Teufel trägt Prada (2006), Jenseits von Afrika (1985)
  • Hugh Grant (als St Clair Bayfield) Andere Filme: Cloud Atlas (2012), Bridget Jones – Am Rande des Wahnsinns (2004), About a Boy oder: Der Tag der toten Ente (2002)
  • Simon Helberg (als Cosmé McMoon) Andere Filme: The Big Bang Theory (TV) (2007-2017), A Serious Man (2009), Evan Allmächtig (2007)

Kamera: Danny Cohen Andere Filme: The Danish Girl (2015), Johnny English – Jetzt erst recht! (2011), The King’s Speech – Die Rede des Königs (2010)

Musik: Alexandre Desplat (und viele andere) Andere Filme: The Danish Girl (2015), The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben (2014), Philomena: Eine Mutter sucht ihren Sohn (2013)

Verleih: Constantin Film

FSK: 0
Laufzeit: 111 Minuten
Genre: Komödie
Kinostart: 24. November 2016
Wikipedia: wiki
IMDB: imdb

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Über reinhard

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