Triple 9

Filmkritik zu:

Triple 9

von Reinhard

 

Über den Film:

Zwei Männer in einem Auto. Einer ist Michael Belmont, gespielt von Chiwetel Ejiofor. Es wird geredet und geraucht. Viel geraucht. Und zwischen dem ganzen Rauch bekommt man so langsam mit, worüber geredet wird. Es wird Tag sein, ein öffentlicher Platz. Und wenn es dann losgeht, dauert es vielleicht noch 3 Minuten, bis die Bullen kommen. Wie viel zusätzliche Männer braucht man noch?

Ein paar Tage später ist es dann so weit. Vier Typen stürmen eine Bank. Der Fünfte sitzt im Wagen und hört den Polizeifunk ab. Schüsse fallen, aber nur Warnschüsse, die Decke kriegt ein paar Kratzer ab. Alle legen sich hin, der Bankdirektor wird geschnappt und muss die Gangster zu den Schließfächern führen. Es geht um ein ganz spezielles Fach.

Es vergehen keine drei Minuten und die Vier sind schon wieder draußen. Dann geht was schief. Eine Farbbombe explodiert. Chaos auf dem Highway. Noch mehr Schüsse. Aber auch hier, bevor die Polizei vor Ort ist, sind die Gangster schon wieder mit einem anderen Auto unterwegs. In irgendeiner Tiefgarage werden die Klamotten gewechselt. Es geht zurück zum üblichen Tagesgeschäft.

Und das ist für einige der Bankräuber eine Polizeistation. Es sind tatsächlich Polizisten unter Dieben.

Ein Anderer liefert die Ware beim Auftraggeber ab. Aber anders als geplant gibt es kein Geld, erst mal. Denn dieser Überfall war nur der Auftakt. Es muss einen Zweiten geben, sonst ist das, was beim Ersten erbeutet wurde, was auch immer das war, wertlos. Michael ist sauer, will nicht. Aber er muss erst mal ohne Geld abziehen. Die anderen sehen es genau so. Aber die Auftraggeberin hat ihren Ruf zurecht. Irina Vlaslov (Kate Winslet) führt das Geschäft ihres Mannes und geht dabei über Leichen.

Und das müssen die Typen auch am eigenen Leib erfahren. Einer der Fünf bekommt eine Warnung verpasst. Eine, die man kein zweites Mal braucht. Die restlichen Vier überlegen es sich wie sie den zweiten Überfall doch noch durchziehen können. Aber drei Minuten werden dieses Mal nicht reichen. Man braucht eine Ablenkung, eine Große.

In der Zwischenzeit hat Sergeant Detektive Jeffrey Allen (Woody Harrelson) die Ermittlungen beim Banküberfall aufgenommen. Ein ständig genervter, übellauniger aber auch abgebrühter Cop. Gerade hat sein Neffe Cris Allen (Casey Affleck) die Arbeit in „seinem“ Revier begonnen. Mit einem der Bankräuber als Kollegen. Was er natürlich nicht ahnt.

Es ist ein dreckiger Krimi, der hier gezeigt wird. Es ist fast immer Nacht, oder zumindest Dunkel. Es wird ständig geflucht, und allein deshalb sollte man sich diesen Film auf Englisch anschauen. Aber wer nicht wirklich gut darin ist, wird wohl Untertitel brauchen.

Dabei ist die Krimi Geschichte zwar der gemeinsame Aufhänger, daraus ergeben sich aber eigene Geschichten. Hauptsächlich um Michael herum. Seine Frau und den gemeinsamen Sohn. Aber auch um Detektiv Allen und seinen Neffen.

Und zwischen drin wird der Film fast dokumentarisch. Etwa als minutiös gezeigt wird, wie ein Haus gestürmt wird. Mit drei Polizisten hinter einem Schutzschild. Wo jedes Zimmer, jeder Schrank, jedes Bett umgedreht wird, bevor es einen Meter weiter geht, auf der Suche nach dem Verdächtigen mit der automatischen Waffe.

Trotzdem fehlt was. Womöglich sind es zu viele Figuren, oder es fehlte ein, deutlicherer, roter Faden. Es ist eben doch viel Stückwerk, das sich nicht so recht zusammenfügen will. Womöglich mit Absicht. Glatte Krimis gibt es ja wirklich zu viele. Doch hier droht es in die Einzelteile zu verfallen.

Wer ohnehin auf Gangsterfilme steht, wird unterhalten werden. Wer sich von Namen wie Harrelson oder Winslet ins Kino locken lässt, könnte eine Enttäuschung erleben.

Technisches:

Regie:
John Hillcoat Andere Filme: Lawless – Die Gesetzlosen (2012), The Road (2009), The Proposition – Tödliches Angebot (2005)

Buch:
Matt Cook Andere Filme: The River (2010)

Schauspieler:

  • Chiwetel Ejiofor (als Michael Atwood) Andere Filme: Der Marsianer – Rettet Mark Watney (2015), 12 Years a Slave (2013), 2012 – Das Ende der Welt (2009)
  • Casey Affleck (als Chris Allen) Andere Filme: Interstellar (2014), I’m Still Here (2010), Ocean’s Thirteen (2007)
  • Anthony Mackie (als Marcus Belmont) Andere Filme: Ant-Man (2015), The Return of the First Avenger (2014), Abraham Lincoln Vampirjäger (2012)
  • Woody Harrelson (als Jeffrey Allen) Andere Filme: Die Unfassbaren – Now You See Me (2013), Die Tribute von Panem – The Hunger Games (2012), 2012 – Das Ende der Welt (2009)

Kamera: Nicolas Karakatsanis Andere Filme: The Drop – Bargeld (2014), Bullhead (2011), Linkeroever (2008)

Musik:

  • Bobby Krlic Andere Filme: Crocodile Gennadiy (2015)
  • Atticus Ross Andere Filme: Gone Girl – Das perfekte Opfer (2014), Verblendung (2011), The Social Network (2010)
  • Leopold Ross Andere Filme: Blackhat (2015), Broken City (2013), The Book of Eli (2010)
  • Claudia Sarne Andere Filme: Broken City (2013), Días de gracia (2011), The Book of Eli (2010)

Verleih: Wild Bunch

FSK: 16
Laufzeit: 115 Minuten
Genre: Krimi
Kinostart: 5. Mai 2016
Wikipedia: wiki
IMDB: imdb

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Über reinhard

Ich bin der, der diesen Blog betreibt.
Dieser Eintrag wurde in 2016 veröffentlich. Erstelle ein Lesezeichen vom Permanentlink.

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