Loving Vincent

Filmkritik zu:

Loving Vincent

von Reinhard

 

Über den Film:

Er ist tot. Seit fast einem Jahr, und da ist noch dieser Brief aufgetaucht.
Von dem verstorbenen Vincent van Gogh an dessen Bruder Theo. Und der korrekte Beamte beauftragt seinen Sohn den Brief zuzustellen, nachdem die offiziellen Wege das nicht geschafft habe.

Das ist der Aufhänger für diesen beeindruckenden Film. Ganz im Stil seiner Zeichnungen ist der Animationsfilm gehalten. Ausgangspunkt waren offensichtlich reale Schauspieler, die die einzelnen Szenen klassisch gespielt haben. Dann kam ein Heer von Zeichnern, garantiert mit Computerunterstützung, die dann die einzelnen Bilder dem Zeichenstil angepasst haben. Eine ähnliche Technik, die vor über 30 Jahren in der gezeichneten Version vom Herr der Ringe verwendung fand. Nur das es damals komplett schief gegangen ist. Hier hingegen sind die Bilder, auch die Bewegungen, das Mienenspiel, überzeugend rübergebracht.

Aber so beeindruckend das aussieht, wer mich kennt weiß, dass ich nicht wegen irgendwelcher optischer Effekte ins Kino gehe. Ich will eine Geschichte sehen, in die ich fallen kann.

In diesem Krimi geht es hauptsächlich um die letzten Tage von Vincent. Seine Zeit in der Anstalt und die Wochen danach. Seine Beziehung zu den verschiedenen Menschen dort und anderswo. Um seinen Selbstmord. Und es kommen Zweifel auf. War es wirklich ein Selbstmord? Denn, wo ist dann die Waffe?

Und auch wenn ich die Aufmachung als Schnitzeljagd etwas befremdlich fand, ist das Ganze durchaus spannend gemacht. Man lernt etliche Gestalten kennen, die sein Leben in der Zeit bestimmten. Durch Rückblenden wird das gezeigt. Leider sind diese Rückblenden nur in Schwarz/Weiß, dem klassische Stilmittel. Ich hätte gerne Vincent auch mal in Farbe gesehen.

Auch werden viele Bilder wiedererkannt. Ob es das Café im Abendlicht ist, der einmalige Sternenhimmel oder der Professor in der bekannten Pose. Selbst jemand wie ich, der wenig Zugang zu Malerei hat, erlebt den Wiedererkennungseffekt. Ich kenne Vincent van Gogh tatsächlich, jedenfalls aus jüngster Vergangenheit, hauptsächlich aus der Doktor Who Folge, in der dieser zerrissene Mensch sehr überzeugend dargestellt wurde.

Mit leichten Einschränkungen kann ich also den Film empfehlen. Wer sich für Malerei interessiert, oder an speziellen Effekten seine Freude hat, wird es leichter fallen. Aber auch sonst gebe ich vier von sechs Hüten.

Technisches:

Regie:

Dorota Kobiela Andere Filme: Little Postman (2011), Chopin’s Drawings (2011), Das fliegende Klavier (2011)

Buch:

Schauspieler:

  • Douglas Booth (als Armand Roulin) Andere Filme: Kholodnoe tango (2017), Zero 3 (2017), Moterys meluoja geriau. Kristina (2013)
  • Jerome Flynn (als Doctor Gachet) Andere Filme: Game of Thrones – Das Lied von Eis und Feuer (2011-2017), Dante’s Daemon (2013), Best (2000)
  • Chris O’Dowd (als Postman Joseph Roulin) Andere Filme: Stolz und Vorurteil & Zombies (2016), Jupiter Ascending (2015), Romeo & Julia (2013)

Kamera:

  • Tristan Oliver Andere Filme: Der fantastische Mr. Fox (2009), Wallace & Gromit – Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen (2005), Chicken Run – Hennen rennen (2000)
  • Lukasz Zal Andere Filme: Na granicy (2016), Efterskalv (2015), Ida (2013)

Musik: Clint Mansell Andere Filme: Ghost in the Shell (2017), Drecksau (2013), Black Swan (2010)

Verleih: Weltkino Filmverleih GmbH
FSK: 6
Laufzeit: 94 Minuten
Genre: Biografie, Animation, Krimi
Kinostart: 28. Dezember 2017

Homepage: Loving Vincent
Wiki: Wiki
IMDB: imdb

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Über reinhard

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