Michael Inside

Filmkritik zu:

Michael Inside

von Reinhard

gesehen auf dem „Galway Film Fleadh 2017“

 

Über den Film:

Es war eine blöde Idee. Eine richtig blöde Idee. Dabei sollte es problemlos sein. Ein paar Drogen für einen Kumpel aufbewahren. Kein Dealen oder so. Nur ein kleines Päckchen, für ein paar Tage.

Auch die Polizei hielt das für eine blöde Idee,

als diese bei der Hausdurchsuchung das Zeug gefunden hatte. Der Großvater, bei dem Michael lebte, viel aus allen Wolken. Hielt aber zu dem 18-Jährigen. Unterstützt ihn so es nur geht.

Er kommt natürlich vor Gericht. Nach einer quälend langen Zeit, in der das ganze Prozedere seinen Lauf nimmt. Mit Anwalt und Vorbereitung und allem. Der Vater von Michael war auch keine Hilfe. Der Sitz nämlich selbst im Gefängnis.

Das Gerichtsverfahren geht dann vergleichsweise schnell. Ohne weitere Vorstrafen kommt er noch relativ glimpflich davon. Er wird, praktisch als Warnung, für drei Monate ins Gefängnis geschickt. Und tritt die Strafe auch wenig später an.

Das ist dann der Hauptteil dieses sehr realistischen Dramas. Der schweigsame, große Michael betritt eine Welt, die wir allenfalls aus Filmen kennen. Mit unbekannten Ritualen, einem vorgegebenen Rhythmus. Aber auch einen Mikrokosmos, in dem dann doch wieder alle bekannten menschlichen Gefühle vorkommen. Besonders diese Negativen. Und die dann gleich verstärkt.

Es geht in diesem Film nicht um diese Dinge, die Michael gemacht hat, vor oder während seiner Zeit im Gefängnis. Es geht um die Erfahrungen, die er macht und wie diese ihm verändern. Wie diese ihn prägen und, zumindest ein Stück weit, einen anderen Menschen aus ihm machen. Und es ist dem Hauptdarsteller Dafhyd Flynn zu verdanken, dass diese Veränderung sichtbar wird. Ganz langsam und ohne viel Worte. Aber das Ergebnis ist beeindruckend.

Zurecht hat der Film auf dem Filmfestival in Galway/Irland den Preis als bester irischer Spielfilm bekommen. Und zudem wurde der Hauptdarsteller, Dafhyd Flynn, mit dem Bigham Ray New Talent Award ausgezeichnet.

Der Film bekommt von mir sechs von sechs Hüten.

Technisches:

Regie:
Frank Berry Andere Filme: I Used to Live Here (2014), Ballymun Lullaby (2011), The Black Suit (2000)

Buch:
Frank Berry Andere Filme: I Used to Live Here (2014), Teenage Cics (2006), This Time Round (2001)

Schauspieler:

  • Dafhyd Flynn (als Michael McCrea) Andere Filme: I Used to Live Here (2014)
  • Lalor Roddy (als Francis McCrea) Andere Filme: Bad Day for the Cut (2017), Lost in the Living (2015), The Sea (2013)
  • Moe Dunford Andere Filme: Handsome Devil (2016), Patrick’s Day (2014), The Hidden (2007)

Kamera:
Tom Comerford Andere Filme: The Drummer and the Keeper (2017), Pilgrimage (2017), Familienbande (2015)

Musik: Daragh O’Toole Andere Filme: I Used to Live Here (2014), Ballymun Lullaby (2011)

Laufzeit: 96 Minuten
Genre: Drama
Kinostart: – noch kein deutscher Termin bekannt –
IMDB: imdb

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Über reinhard

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