The Salesman

Filmkritik zu:

The Salesman

von Reinhard

gesehen auf dem Audi Dublin International Film Festival 2017

Es ist nur ein Stück, das gezeigt wird. Das sieht man in der ersten Einstellung. Eine Beschreibung des Lebens. Zu Benutzen als eine Allegorie über das Leben, zum Besseren oder Schlechteren.

Es geht über ein Ehepaar und einige andere Leute. Das Paar, Emad und Rana, brauchen dringend eine neue Wohnung. Und das, während die in den letzten Proben zum „Tod eines Handlungsreisenden“ stehen. Der Termin der Premiere steht schon fest.

Ein Bekannter hilft aus, kann kurzfristig etwas organisieren. Nicht ideal, aber akzeptabel. Und während deren Geschichte erzählt wird, sieht man in einzelnen Einstellungen die Geschichte von Willy Loman. Die einzelnen Stationen seines Lebens, seines – wie er es empfindet – Versagens.

Hat der Ehemann, der Willy spielt, versagt, als seine Frau in der neuen Wohnung überfallen wird? Natürlich nicht, denn er wusste nichts von der Vormieterin, dem Umgang den diese hatte. Aber er nimmt es persönlich. Seine Frau ist natürlich erst mal völlig verstört. Will, nachdem sie aus dem Krankenhaus entlassen wird, nicht allein in der Wohnung bleiben. Will nicht ins Bad, wo der Überfall war. Trotzdem soll aber die Polizei nicht eingeschaltet werden. Oder deshalb.

Für den Mann beginnt eine Schnitzeljagd. Denn der Täter hat einige Spuren hinterlassen. Aber diese Krimihandlung ist fast überflüssig, fast langweilig. Wenn es nicht zum endgültigen Showdown führen würde. Und der ist anders, als er in einem regulären Unterhaltungsfilm gebaut wäre.

Es geht eben nicht um Tat und Bestrafung. So einfach ist es nicht. Es geht sich um beschädigtes Inventar, wenn der Mann den Typen finden will, der über seine Frau hergefallen ist. Oder hat die Frau auch noch ein Wort mitzureden?

Konnte Linda, die Frau des Handlungsreisenden, über ihr Leben bestimmen? Doch selbst wenn nicht, sind wir nicht 50, 80, 100 Jahre weiter? Selbst im Iran?

In dieser Allegorie scheint jedenfalls die Zeit stehen geblieben zu sein. Und da der Film nicht nur lokalen Anklang findet, hat er wohl einen Nerv getroffen.

Ganz abgesehen davon, dass er einfach gut gemacht ist, und erzählt jederzeit glaubwürdig seine Geschichte. Der neue Film von Meister Regisseur Asghar Farhadi ist auf jeden Fall sehenswert.

Technisches:

Originaltitel: فروشنده (Foruschande)
Regie: Asghar Farhadi Andere Filme: Le passé – Das Vergangene (2013), Nader und Simin – eine Trennung (2011), Alles über Elly (2009)

Buch: Asghar Farhadi Andere Filme: Le passé – Das Vergangene (2013), Nader und Simin – eine Trennung (2011), Alles über Elly (2009)

Schauspieler:

  • Taraneh Alidoosti (als Rana Etesami) Andere Filme: Absolute Rest (2015), Modest Reception – Die Macht des Geldes (2012), Whatever God Wants (2010)
  • Shahab Hosseini (als Emad Etesami) Andere Filme: The Painting Pool (2013), Nader und Simin – eine Trennung (2011), Alles über Elly (2009)
  • Babak Karimi (als Babak) Andere Filme: Le passé – Das Vergangene (2013), Nader und Simin – eine Trennung (2011), Stilles Chaos (2008)

Kamera: Hossein Jafarian Andere Filme: Alles über Elly (2009) Crimson Gold – Blutrotes Gold (2003), Quer durch den Olivenhain (1994)

Musik: Sattar Oraki Andere Filme: Shabake (2012), Nader und Simin – eine Trennung (2011), Whatever God Wants (2010)

Verleih: Prokino Filmverleih

FSK: 12
Laufzeit: 125 Minuten
Genre: Drama
Kinostart: 2. Feb. 2017

Homepage: The Salesman
IMDB: imdb
Wiki: wiki

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Über reinhard

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