Tom of Finland

Filmkritik zu:

Tom of Finland

von Reinhard

gesehen auf dem Riff 2017

 

Über den Film:

Ein Leben in Licht und Schatten. Die helle Seite ist das offizielle Leben. Die Arbeit in der Werbeagentur, das Zeichnen für die Kunden, das Geld verdienen. Dann das Leben in der Dunkelheit. Das heimliche Leben, der Sex im Park mit anderen Männern, auf der Toilette in der Kneipe.

Das ist das Leben von Touko Laaksonen. Kein einfaches Leben. Denn in den 40ern, 50ern Jahre, und später, ist Schwul sein in Finnland, wie im restlichen Europa, und wohl auf der ganzen Welt, verboten. In machen Ländern bis Heute.

Der Künstler verheimlicht also seine Neigung, sogar vor seiner Schwester, mit der er zusammenlebt. Dabei beginnt der Film früher. Während der Kriegszeit, wo er die Kameradschaft in der Armee kennengelernt hat. Etwas das prägend für ihn war.

Später, im Zivilleben, bringt der begnadete Zeichner seine Fantasien in Form von erotischen Zeichnungen zu Papier. Eindeutige Zeichnungen. Zeichnungen von harten Männern mit großen Schwänzen in der Hand und in andern Körperteilen. Bilder, die diesseits und jenseits der Grenze zur Pornografie anzusiedeln sind. Noch ein Grund etwas zu verheimlichen.

Und er lernt jemanden kennen mit dem er zusammen leben will. Aber wie soll das gehen?

Dabei zeigt der Film die Realität, wenn die Hetz der Polizei auf die Schwulen im Park beginnt. Oder die Abscheu, die ihm begegnet, wenn er den falschen Mann anspricht. Dieser Wirklichkeit widersetzt er sich durch seine Zeichnungen.

Den anderen Schwulen gefällt das auch. Er wird langsam bekannt mit seinen Bleistiftzeichnungen. Macht sogar Geld damit. Er bekommt, was jeder Künstler will, Anerkennung für seine Arbeit.

Und ist das nicht bei allen so? Wenn die elementaren Bedürfnisse gestillt sind, ist die nächste große Sehnsucht die Suche nach Liebe. Und Touko, der sich jetzt Tom nennt, hat es geschafft.

Diese Künstlerbiografie nach einem echten Leben zeigt keinen echten Sex. Kein Wichsen auf den Bildern. Maximal Andeutungen. Aber dafür wird die Liebe zweier Männer gezeigt.

Und die Mischung zwischen Biographie, Geschichtslektion und persönliches Drama macht den Film sehenswert.
Deshalb bekommt er von mir fünf von sechs Hüten.

Technisches:

Regie:
Dome Karukoski Andere Filme: Kaffee mit Milch und Stress (2014), Helden des Polarkreises (2010), Das Mädchen und der Rapper (2005)

Buch:

  • Aleksi Bardy Andere Filme: Leijonasydän (2013), Raja 1918 (2007), Keisarin salaisuus (2006)
  • Dome Karukoski Andere Filme: Kaffee mit Milch und Stress (2014), Valtatie 13 (2012), Tummien perhosten koti (2008)
  • … und andere

Schauspieler:

  • Pekka Strang Andere Filme: Vilja und die Räuber (2015), Armi elää! (2015), Vuosaari (2012)
  • Lauri Tilkanen Andere Filme: Luokkakokous (2015), Kesäkaverit (2014), Isänmaallinen mies (2013)
  • Jessica Grabowsky Andere Filme: 8-pallo (2013), Love and Other Troubles (2012), Där vi en gång gått (2011)

Kamera: Lasse Frank Johannessen Andere Filme: Die Hüterin der Wahrheit – Dinas Bestimmung (2015), In der Stunde des Luchses (2013), Gefährliche Seilschaften (2010)

Musik:

  • Lasse Enersen Andere Filme: Battle for Rio (2014), In the Darkroom (2013), Who Will Be a Gurkha (2012)
  • Hildur Guðnadóttir Andere Filme: Der Eid (2016), Jîn (2013), Hijacking – Todesangst … In der Gewalt von Piraten (2012)

Verleih: MFA+ Filmdistribution
FSK: 12
Laufzeit: 116 Minuten
Genre: Biographie, Drama
Kinostart: 05.10.2017

Homepage: tof.fi
IMDB: imdb

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Über reinhard

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