Zer

Filmkritik zu:

Zer

von Reinhard

gesehen auf dem Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg 2017

 

Über den Film:

Als die Oma starb, wurde Jan traurig. Dabei kannte er die alte Frau erst seit einigen Tage. Er ist ihr nie vorher begegnet. Erst als diese zu einer, letztendlich erfolglosen, Behandlung nach New York kommt, liegt es an ihm sich um sie zu kümmern. Denn sein Vater, ihr Sohn, hat keine Zeit.

Und in kurzer Zeit einsteht ein Vertrauensverhältnis. Er mag diese Frau. Kleine Spielchen entstehen. Lieder werden gegenseitig vorgesungen.

Jan, ein Musikstudent, reist dann zusammen mit seinem Vater in die Türkei, wo seine Oma in der heimatlichen Erde begraben wird. Beim Zusammensitzen hinterher fragt er nach einem Lied der Oma, eines das sie in einer fremden Sprache singt. Jedenfalls nicht Türkisch. Er weiß wenig mehr als den Titel, der lautet Zer.

Aber er hat wohl was angefasst, das besser ruhen sollte. Jedenfalls reagiert sein Vater, und die Anderen, unwirsch.

Daher begibt er sich selbstständig auf die Reise. Auf der suche nach diesem Lied. Seiner Geschichte. Und damit, wie sich herausstellt, die Geschichte seiner Oma, die auch seine Historie ist. Aber das dauert noch.

In diesem Hauptteil des Films, dem größten Block, ist er zumeist in kleinen Bussen unterwegs. Trifft auf Leute, redet mit denen. Und wir überall freundlich aufgenommen. Unwahrscheinliche Gastfreundschaft schlägt ihm entgegen. Er wird etwa auch einmal kurzfristig auf eine Hochzeit eingeladen.

Und immer wieder bekommt er Empfehlungen, in welches Dorf er gehen soll. Nach welcher Person er fragen soll da diese oder jene sich am besten mit Liedern und alten Geschichten auskennt.

Und so kommt der Student seinem Ziel immer näher, während der Zuschauer einen Einblick in das Leben und die Kultur dieser Menschen erhält. Dabei trägt der sympathische Darsteller über lange Zeit den Film allein, mit immer neuen Ansprechpartnern. Aber er funktioniert trotzdem sehr gut.

Der Film wird dann sehr poetisch und fast märchenhaft. Daher kann ich es gut verstehen, und unterstütze es auch, dass das Publikum des Internationalen Filmfestivals Mannheim Heidelberg 2017 diesem Film, zusammen mit dem Eröffnungsfilm „Life Beyond Me“, den Publikumspreis gegeben hat.

Von mir bekommt er fünf von sechs Hüten.

Technisches:

Regie: Kazim Öz Andere Filme: Bahoz (2008), Dûr (2005), Fotograf (2001)

Buch: Kazim Öz Andere Filme: Çinara sipî (2015), Bahoz (2008), Fotograf (2001)

Schauspieler:

  • Nik Xhelilaj (als Jan) Andere Filme: Winnetou – Eine neue Welt (2016), Die sieben Glücksgötter (2014), Der Albaner (2010)
  • Güler Ökten (als Zarife) Andere Filme: Itirazim Var (2014), Kizim için (2013), Kalbin zamani (2004)
  • Haleigh Ciel (als Barbara) Andere Filme: Gender Bender (2016), Scorned: Love Kills (2015), Guy Code (2015)

Kamera:

  • Eyüp Boz Andere Filme: Içimdeki Insan (2015), Pak Panter (2010), Süpürrr! (2009)
  • Feza Çaldiran Andere Filme: Babalarin Babasi (2016), Ögrenci Isleri (2015), Kirimli (2014)
  • Orçun Özkilinç Andere Filme: Good Morning, Pallas Athena (2015), Sivil (2014), The Same… (2011)

Musik: Mustafa Biber Andere Filme: Gurbet Pastasi (2013), Gelecek Uzun Sürer (2011), Min Dît – Die Kinder von Diyarbakir (2009)

Verleih: Köz Film
FSK: noch unbekannt
Laufzeit: 113 Minuten
Genre: Drama
Kinostart: noch unbekannt

IMDB: imdb

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Über reinhard

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