Lady Bird

Filmkritik zu:

Lady Bird

von Reinhard

 

Über den Film:

Lady Bird (Saoirse Ronan) heiß so, weil das der Name ist, den sie sich gegeben hat.

Sie lebt in Sacramento. Was so das Schlimmste ist, das ihr passieren konnte. Ein kleines Kaff, irgendwo im mittleren Westen. Etwas Schlimmeres gibt es nicht. Das ist ihre feste Überzeugung. Auch wenn sich alle anderen arrangiert haben. Besonders ihre Mutter macht alles, damit das Leben hier funktioniert.

Und das ist nicht leicht. Mit einem Bruder und einer Schwester, die nicht ihre Schwester ist. Ihrem Vater bei dem alle befürchten das er demnächst seinen Job verliert. Aber die Mutter (Laurie Metcalf) ist Hirn und Motor der Familie. Manchmal auch Zugpferd oder Sklaventreiber.

Und dabei kommt sie sich mit Lady Bird ständig ins Gehege, denn die hat ihren eigenen Kopf. Aber so richtig.

Ansonsten tröpfelt das Leben im christlichen College so vor sich hin. Zwischen Morgengottesdienst und Schulgebet. Zwischen Unterricht und Pausengesprächen. Letztere mit ihrer besten Freundin. Der etwas übergewichtigen Julie (Beanie Feldstein). Während Lady Bird mit ihren roten Haaren ‚eh schon auffällt.

Und es ist diese Welt, die hier porträtiert wird. Denn die Regisseurin (und Drehbuchschreiberin) kommt selbst aus S. und beschreibt wohl ihre eigene Zeit dort. Da ist die Nonne, die mehr Humor hat als man ihr zutraut. Oder der Turnlehrer, der plötzlich die Theatergruppe übernehmen muss, aber Spiel ist ja Spiel. Das Anhimmeln der Schulschönheit. Der erste Freund, mit allen Höhen und Tiefen. Aber vor allen mit den Höhen. Erstmal.

Und über allem schwebt die Übermutter, die schon mal wegen nicht zusammengelegter Kleidung einen Streit vom Zaun brechen kann. Dabei lieben die sich alle. Ernsthaft. Aber bei der Frage, wer die Frühstückseiern zubereitet, da ist es dann mit der Liebe vorbei.

Was dabei so alles passiert ist nicht wichtig. Es sind die Kleinigkeiten, die ihn ehrlich machen. Der Bruder, der die, in einem Streit geworfenen, Worte ernst nimmt und sich verändert. Die Mutter, die ihrer Tochter Briefe schreibt, denn wenn die beiden Reden, wird ja doch nur ein Streit draus. Der Vater, der so was die das Herz und das gute Gewissen ist. Besonders als er dann wirklich den Job verliert. Ein anderes Collage, an der teuren Ostküste, rückt in weite Ferne.

Und alles das wird superglaubwürdig rübergebracht. Besonders die beiden Hauptdarstellerinnen. Etwa wenn die im Auto sitzen, beide mit den Tränen ringen, weil diese was trauriges hören. Und Minuten später sich dann so bekakeln. Und man glaubt es denen. Der Umschwung von gemeinsam-berührt zu knapp-vor-Mord ist so kurz wie überzeugend. Und die Reaktion von Lady Bird, ich rede von der Eröffnungssequenz, passt dann auch super.

Daher bekommt dieser stimmige erwachsen-werden-Film glatte sechs von sechs Hüten.
Mit hat’s gefallen.

Technisches:

Regie: Greta Gerwig Andere Filme: Nights and Weekends (2008)

Buch: Greta Gerwig Andere Filme: Mistress America (2015), Frances Ha (2012), Northern Comfort (2010)

Schauspieler:

  • Saoirse Ronan (als Christine „Lady Bird“ McPherson) Andere Filme: Brooklyn – Eine Liebe zwischen zwei Welten (2015), Grand Budapest Hotel (2014), Wer ist Hanna? (2011)
  • Laurie Metcalf (als Marion McPherson) Andere Filme: Stop-Loss (2008), Georgias Gesetz (2007), Beer League (2006)
  • Tracy Letts (als Larry McPherson) Andere Filme: Imperium (2016), Wiener Dog (2016), Guinevere (1999)

Kamera: Sam Levy Andere Filme: Maggies Plan (2015), Frances Ha (2012), The Blue Hour (2007)

Musik: Jon Brion Andere Filme: Wilson – Der Weltverbesserer (2017), The Gambler (2014), Die etwas anderen Cops (2010)

Verleih: Universal
FSK: 0
Laufzeit: 94 Minuten
Genre: Drama, Coming-of-Age
Kinostart: 19 April 2018

Homepage: Homepage (englisch)
IMDB: imdb
Wikipedia: wiki

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Über reinhard

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