Shoplifters

Filmkritik zu:

Shoplifters

von Reinhard

 

Über den Film:

Was macht eine Mutter aus. Reicht es ein Kind geboren zu haben, oder ist da nicht doch mehr notwendig? Die Frage stellt Nobuyo, aber das ist schon recht spät im Film. Er beginnt anders.

Es beginnt als Osamu Shibata mit seinem Sohn Shota vom “Einkaufen” zurückkommt. Da sehen die beiden das kleine Mädchen auf einem Balkon. Und dabei ist es sau kalt. Und Hunger hat die Kleine wohl auch. Kurzerhand wird das Kind mitgenommen, nach Hause, ins Warme. Und Übernachtet dort auch.

Zuhause, da wartet auch schon der Rest dieser bunten Familie. Die schon angesprochene Frau und Mutter, die Oma, die große Tochter.

Die Oma findet dann auch verdächtige Flecken am Körper der Kleinen, die Yuri heißt. Und als man diese am nächsten Tag zurück bringen will wird man Ohrenzeuge eines Streits. Offensichtlich zwischen der Mutter und dem Vater des Kindes. Und es fallen weniger nette Worte, auch über das Mädchen. Nein bei so einer Familie kann man sie ja nicht zurück lassen.

Ab da hat die Familie eben sechs Mitglieder. Jeder kümmert sich um die Yuri, und die blüht auch auf. Auch wenn sie immer sehr schweigsam ist. Doch den besten Kontakt hat sie zu ihrem großen Bruder.

Die sonstige Umgangsformen sind eher ruppig. Da wird auch mal über den anderen gelästert, während der daneben sitzt. Familie halt.

Denn ist es keine Bilderbuchfamilie. Der täglich Einkauf findet bargeldlos statt. Mit anderen Worden, es wird geklaut. Die Oma hat noch am ehesten eine regelmäßig Einkommensquelle, die Rente ihres verstorbenen Mannes. Die Anderen schlagen sich mit schlecht bezahlten Gelegenheitsjobs durch. Und Schule? Das ist ja nur für Kinder die nicht selber lernen könne, wie Shota mehrfach verlauten lässt.

Aber seltsamerweise ist jeder, bei allem Gemecker, zufrieden. Sogar Glücklich.

Bald ist die Yuri auch fester Bestandteil dieser Gemeinschaft. Nur noch selten poppt es auf, das die Tochter ja keine eigene, sondern eine angenommene ist.

Aber es ist natürlich ein brüchiger Frieden. Andere Leute aus dem Umfeld haben mitbekommen das da plötzlich noch ein Kind ist, während in der Nachbarschaft eines vermisst wird. Und es gibt noch mehr Geheimnisse in dieser Familie.

Und natürlich bricht das Kartenhaus auch zusammen. Soviel Harmonie verträgt ja der beste Arthausgänger nicht.

Doch eigentlich ist es eine einfache Geschichte über eine ganz normale, unnormale, Familie. Das dieser Film jetzt im Rennen zum Oskar mit macht find ich etwas übertrieben. Sehenswert ist er aber auf jeden Fall.

Von mir bekommt er solide fünf von sechs Hüten.

Technisches:

Originaltiel: Manbiki kazoku

Regie: Hirokazu Koreeda Andere Filme: Unsere kleine Schwester (2015), Still Walking (2008), Distance (2001)

Buch: Hirokazu Koreeda Andere Filme: Unsere kleine Schwester (2015), Still Walking (2008), Distance (2001)

Schauspieler:

  • Kirin Kiki (als Hatsue Shibata) Andere Filme: Kirschblüten und rote Bohnen (2015), Vater und Sohn (2013), Still Walking (2008)
  • Lily Franky (als Osamu Shibata) Andere Filme: Perfect Revolution (2017), Unsere kleine Schwester (2015), Vater und Sohn (2015)
  • Sakura Andô (als Nobuyo Shibata) Andere Filme: Dias Police: Dirty Yellow Boys (2016), Sühne (2012), Toruso (2009)

Kamera: Ryûto Kondô Andere Filme: Mukoku (2017), Watashi no otoko (2014), Kurîmu remon (2004)

Musik: Haruomi Hosono Andere Filme: Appleseed: Ex Machina (2007), Southern Winds (1993), Blick aufs Paradies (1985)

Verleih: Wild Bunch


Laufzeit: 121 Minuten
Genre: Drama
Start: 27 Dezember 2018

Homepage: Homepage
IMDB: imdb
Wikipedia: wiki

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Über reinhard

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