Gaza Surf Club

Filmkritik zu:

Gaza Surf Club

von Reinhard

gesehen auf dem FddF 2017

 

Über den Film:

Verrückt, total verrückt. Die Wellen sind hoch wie ein Haus und die die Männer bezwingen diese mit einem dünnen Brett.
Surfen nennt sich das. Nicht das was ich jeden Tag im Büro mache, das Original. Da, wo man nass dabei wird. Für einen absolut unsportlichen Typen wie mich gibt’s da nur ein Wort, das dieses beschreibt. Siehe oben.

Was die Typen in dieser Dokumentation treiben, ist dann aber noch mal durchgeknallter. Es ist nicht etwa Hawaii, oder wenigstens die Atlantikküste von Frankreich. Es ist ein Stück im Hafen von Gaza, mitten im Gazastreifen. Ja, genau _dem_ Gazastreifen. Praktischen einem langen Küstenstreifen mit einer ausgedehnten Grenze zu Israel und einer kleinen nach Ägypten.

Und dort im Hafenbecken, wenn der Wind richtig weht und die Wellen schön hoch sind, dann sieht man, diese handvoll Sportler, ihre Kunst auszuüben. Und die Leute bleiben stehen und schauen zu und Filmen das ganze.

Deshalb ist das auch über die Grenzen Palästinas hinaus bekannt. Deshalb hat sich ein deutscher Produzent und ein deutscher, aber arabisch sprechender, Regisseur gefunden die diesem Phänomen nachgehen wollten.

Philip Gnadt und Mickey Yamine hatten das Glück genügend Geld zu haben, um nicht nur eine 3-Tage-Reportage zu machen, sondern waren mehrere Wochen vor Ort. Hatten Zeit die Surfer kennenzulernen und diese hatten auch Zeit die Filmemacher kennenzulernen und ihnen zu vertrauen. Was dem Film eindeutig gut getan hat.

Man lernt einige aus der Gruppe näher kennen. Sieht, wie diese Leben, was sie arbeiten, was sie antreibt. In langen Gesprächen werden diese vorgestellt. Und man stellt fest, es sind ganz normale Leute, die einfach ihre Leidenschaft gefunden haben.

Politik ist praktisch kein Thema. Wenn man mal davon absieht, das lang und breit die Geschichte erzählt wird, dass die Surfbretter monatelang beim Israelischen Zoll hängen geblieben sind. Oder, wenn man sieht, das eine der Arbeiten darin besteht Stahlstreben geradezubiegen, um diese weiter zu verwenden. Verwaltung des Mangels. Nein, Politik ist kein Thema. Luft ist ja auch kein Thema, aber genauso allgegenwärtig.

Tatsächlich geht es einfach um einige Leute, die Spaß an einer Sache gefunden haben. Und das dann auch durchziehen. Eine Alltäglichkeit, wenn es einfach ist. Doch unter solchen Bedingungen ist es plötzlich eine Geschichte. Und geht man nicht ins Kino um Geschichten zu hören? Und das bekommt man hier geboten.

Etwa von dem Vater, der seinen Töchtern zuerst das Schwimmen und später das Surfen beibringt. Nur die Älteste surfen nicht mehr. Es schickt sich nicht. Aber es ist ja kein Film über Politik oder Religion. Er will einfach einen Ausschnitt über das Leben einige Menschen zeigen.

Und das tut er. Auf eine unterhaltsame Weise. Sehr überzeugend und nachvollziehbar.
Daher gibt’s von mir fünf von sechs Hüten.

Technisches:

Regie:

Buch:

Kamera: Niclas Reed Middleton Andere Filme: Tim Sander Goes to Hollywood (2012), Mein Prinz. Mein König. (2011), Wir sind schon mittendrin (2008)

Musik: Omar El-Deeb Andere Filme:-

Verleih: Farbfilm-Verleih
FSK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Laufzeit: 91 Minuten
Genre: Dokumentation
Kinostart: 30. März 2017
VoD: iTunes

Homepage: gazasurfclub.de
Wikipedia: wiki (engl.)
IMDB: imdb

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Über reinhard

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