La Gomera

Filmkritik zu:

La Gomera

von Reinhard

gesehen auf Sarajavo Film Festival 2019

 

Über den Film:

Das Pfeifen, das ist eine Sprache die auf La Gomera noch heute gesprochen, oder besser gepfiffen, wird. Normale Unterhaltungen werden dadurch noch auf große Entfernungen möglich. Und jemand, der das nicht kennt, denkt einfach, dass da irgendwo ein nerviger Vogel sitzt.

Einige Gangster aus diesem Teil der Welt machen sich das zu Nutzen.

Und dann taucht ein Polizist auf. Bestochen von den Gangstern. Denn eine große Geschichte steht an, und er soll helfen.

Aber zuerst muss er trainiert werden. Denn er soll genau diese Pfeifsprache lernen. So das er, unbemerkt von anderen und auch auf große Entfernung, kommunizieren kann.

Dort trifft er die Frau wieder. Und es folgt der erste Sprung, hin und her in zu andere Zeiten oder andere Plätze. Hier also zurück. Es entsteht ein Flickenteppich von Miniaturen. Und es ist Aufgabe des Zuschauers diesen zu entwirren.

Einzelne dieser Miniaturen werden weiter gesponnen. Und so hat man bald viele Geschichten. Aber wie die zusammen gehören? Das klärt sich erst mit er Zeit.

Denn es geht eigentlich um einen Mann. Der hat eine Fabrik und viel Geld. Geld das die Gangster wollen, denn er ist einer der ihren. Aber die Polizei war schneller. Und da kommt unser Polizist ins Spiel.

Aber da hab ich schon viel übersprungen.
Etwa die Beziehung zwischen dem Polizisten und der Frau. Da war was. Aber wie ernst es war? Für ihn wohl ernster als für sie.

Oder ist das nur eine Lüge? Den der Film ist voll von Lügen. Und Überwachungskameras. Etwa in der Wohnung des Polizisten. Wo seine, nennen wir es Begegnung, mit der Frau aufgezeichnet wurde.

Aber jetzt lernt er erst mal zu pfeifen. Und seine Kollegen zu betrügen. Oder doch nicht? Denn als er zurück ist, berichtet er alles seiner Chefin, die ist offensichtlich eingeweiht.

Also eine Lüge in der Lüge. Oder gibt es weitere Ebenen? Wo hört das Puzzle auf? Was sind die echten Gründe, die Motivationen, für die einzelnen Beteiligten?

Geht es nur um die Millionen aus der Matratzenfabrik oder was treibt diese Menschen an. Und auf welcher Ebene findet sich diese Ernsthaftigkeit?

Aber der Mensch ist ein vielschichtiges Wesen. Und so ist es dieser Film auch. Und mehrere Motivationen, haben wir die nicht alle?

Dabei geht der Film durchaus ernsthaft mit dem Thema um. Da wo Blut kommt, da sieht man es auch. Da wo Sex ansteht, da ist der zu sehen – und zu Hören.

Daher bekommt dieser Film, mit überraschenden Wendungen, vier von sieben Hüten.

Technisches:

Originaltiel: The Whistlers

Regie: Corneliu Porumboiu Andere Filme: Der Schatz (2015), Police, Adjective (2009), 12:08 – Jenseits von Bukarest (2006)

Buch: Corneliu Porumboiu Andere Filme: Der Schatz (2015), Police, Adjective (2009), 12:08 – Jenseits von Bukarest (2006)

Schauspieler:

  • Vlad Ivanov (als Cristi) Andere Filme: Im Schatten der Seraphim (2017), Toni Erdmann (2016), Snowpiercer (2013)
  • Catrinel Marlon (als Gilda) Andere Filme: La macchinazione (2016), Das Märchen der Märchen (2015), La città ideale (2012)
  • Rodica Lazar (als Magda) Andere Filme: Hawaii (2017), The Last Day (2016), Carmen (2013)

Kamera: Tudor Mircea Andere Filme: Der Schatz (2015), Blutsbrüder teilen alles (2012), Morgen (2010)

Verleih: Alamodefilm

FSK: 16
Laufzeit: 97 Minuten
Genre: Krimi
Start: 13 Februar 2020

Homepage: Homepage
IMDB: imdb

Wikipedia: wiki (engl.)

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Über reinhard

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